Mit dem neuen Jahr tritt in den Niederlanden das neue Handelssystem für Phosphat in Kraft. Das Ziel ist ein verbesserter Umweltschutz im Milchsektor.

Kurz vor Weihnachten hat die EU-Kommission holländischen Milchviehhaltern den Handel mit Phosphatrechten genehmigt. Das neue System ist am 1. Januar 2018 gestartet. Die Milchviehbetriebe erhalten nun kostenlose Phosphatrechte, deren Höhe sich an der Zahl der am 2. Juli 2015 gehaltenen Kühe orientiert. Hinzu kommt ein Kürzungssatz von 8,3 Prozent. Die Kürzung gilt nicht für Betriebe, die ihre gesamte Rindergülle unter Einhaltung der umweltrechtlichen Vorgaben auf eigenen Flächen ausbringen können. Mit den Maßnahmen will die Haager Regierung den Phosphatausstoß der heimischen Milchproduktion begrenzen und die Wasserqualität verbessern.

Orientierung an Betriebsfläche

Bei jedem Handel mit den Rechten werden 10 Prozent des jeweiligen Volumens in einer Phosphatbank einbehalten. Die Zertifikate dieser Phosphatbank sollen anschließend flächengebundenen Landwirtschaftsbetrieben zugewiesen werden, um diese Wirtschaftsweise und Junglandwirte zu fördern.

Die Genehmigung des neuen Handelssystems gilt als Voraussetzung dafür, dass die EU-Kommission auch grünes Licht für landesspezifische Ausnahmeregelungen bei der Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie für den Zeitraum 2018 bis 2021 gibt. Eine Entscheidung dazu wird für April 2018 erwartet. Bereits im Jahr 2016 hatte die Haager Regierung die Einführung eines ähnlichen Handelssystems geplant, um die nationalen Überschüsse an Phosphatemissionen zurückzufahren. Damals war die mit der EU vereinbarte nationale Obergrenze von insgesamt 172,9 Mio kg Phosphat überschritten worden. Die Gegenmaßnahme erhielt aber aus beihilferechtlichen Gründen nicht die Zustimmung der EU-Kommission. In der Folge setzten die Niederlande 2017 einen Branchenplan zur Verringerung der Phosphatemissionen um, wobei auch der nationale Milchviehbestand kräftig abgestockt wurde.

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