Milchviehhaltung

BBV wehrt sich gegen Diskriminierung von Anbindehaltung


Die Anbindehaltung ist in Bayern noch vielerorts zu finden.
Foto: Pixabay
Die Anbindehaltung ist in Bayern noch vielerorts zu finden.

Bayerische Milchviehbetriebe mit Anbindehaltung sorgen sich, dass ihre Milch bald weniger einbringen oder gar nicht mehr abgeholt werden könnte. Grund dafür seien Pläne einzelner Marktpartner, die Milchpreise nach Haltungsformen zu differenzieren, erklärte der Bayerische Bauernverband heute in einer Mitteilung.

Während die Politik die Gefahren einer Befristung der Anbindehaltung erkannt und von einem Verbot Abstand genommen habe, trieben einzelne Lebensmitteleinzelhändler und Molkereien die Diskussion weiter an. So erhöhe sich stetig der Druck auf die Milcherzeuger, kritisierte der BBV.

„Diese Aktivitäten lehnen wir entschieden ab. Milch aus Anbindehaltung ist gleich viel wert und darf nicht diskriminiert werden“, betonte BBV-Präsident Walter Heidl. Es gehe nicht an, dass der Handel und die Verarbeiter immer höhere Anforderungen stellten und so Rahmenbedingungen diktierten, die einen Großteil der Betriebe mit ganzjähriger Anbindehaltung vor grundlegende existentielle Probleme stelle.


Auch die Kreisobmänner des BBV befürchten durch die Aktivitäten gegen die Milch aus Anbindehaltung einen massiven Strukturbruch in der Milchviehhaltung Bayerns, weil damit kleinere und mittlere Betriebe vor das Aus gestellt würden.

„Wir bekräftigen die Ablehnung einer einseitigen Befristung der Anbindehaltung durch die Marktpartner und fordern unabhängig vom Haltungssystem gleichwertige Behandlung und Akzeptanz des Qualitätsprodukts Rohmilch“, bekräftigte Heidl. Die klein- und mittelständischen Familienbetriebe mit Anbindehaltung würden einen wichtigen Beitrag zur Pflege von kleinteiligen Grünlandflächen, Hanglagen und andere ökologisch wertvollen Grenzstandorten leisten und trügen so zum Klima,- Boden- und Artenschutz bei. Im Freistaat halten rund die Hälfte der mehr als 30.000 Milchviehbetriebe ihre Tiere in Anbindehaltung. 

Statt Befristungen oder Preisdiskriminierung müssten die Marktpartner die Milchviehbetriebe bei ihrer Entwicklung weg von der ganzjährigen Anbindehaltung unterstützen, forderte der BBV. Dies könne beispielsweise über die verstärkte Umstellung auf Laufställe erfolgen, aber auch über die Kombination aus Anbindeställen mit Bewegungsmöglichkeiten. 

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