Milchwirtschaft

Große Übereinstimmung für Sektorstrategie


Der Milchsektor in Deutschland muss an einer langfristigen Strategie arbeiten. Während des DBV-Fachforums Milch waren sich Branchenvertreter einig.

   
"Jeder vierte Landwirt in Deutschland ist Milchbauer. Die Branche ist also von herausgehobener Bedeutung für die gesamte Landwirtschaft und die Wirtschaftskraft im ländlichen Raum", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, am Montag in Berlin. Zum Auftakt des DBV-Fachforums Milch am Rande der Internationalen Grünen Woche (IGW) verwies Rukwied auf die gesellschaftlichen und marktbedingten Herausforderungen für den gesamten Sektor. Daher begrüße er kürzlich getroffene Vereinbarungen zwischen Land- und Molkereiwirtschaft, möglichst bald eine Strategie für den Zeitraum bis zum Jahr 2030 zu erarbeiten.

Schmal betont Handlungsbedarf

Es müsse gelingen, die Wettbewerbsfähigkeit der Milcherzeugung im zunehmend liberalen Marktumfeld zu erhalten, betonte DBV-Vizepräsident Karsten Schmal. Gegenwärtig herrsche keine Krisenstimmung, sagte Schmal. Daher sei der Zeitpunkt günstig sich nun mit der vor einem Jahr vom Chief Executive Officer (CEO) der Deutsches Milchkontor GmbH (DMK), Ingo Müller, erhobenen Forderung nach einer langfristigen Strategie zu beschäftigen, so der DBV-Milchpräsident. Im Rahmen einer Sektorstrategie 2030 müsse sowohl über eine von der EU konfinanzierte Branchenkommunikation als auch über die Gründung einer neuen Branchenorganisation diskutiert werden.

Auch Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), begrüße die Erarbeitung einer Milchbranchenstrategie ebenfalls. Deren Inhaltsbestimmung obliege jedoch den Akteuren der Wertschöpfungskette, aus dem BMEL würden dazu keine Impulse kommen, sagte Fuchtel. Die Bildung eines Branchenverbandes könne Vorteile bei der brancheninternen und -externen Kommunikation und Willensbildung bieten, so Fuchtel. Entscheidend sei aber der stufenübergreifende Konsens der Akteure der Wertschöpfungskette. 




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