Mischfutter

Salmonellenverdacht in der Kieler Ölmühle


Bei der Raps Ölsaatenverarbeitungs GmbH (RÖV), eine Tochtergesellschaft der Hauptgenossenschaft Nord AG (HaGe), gibt es einen Verdacht auf eine Salmonellenbelastung im Rapsexpeller. Das Agrarministerium in Kiel hatte am vergangenen Samstag berichtet, dass in Dänemark veruneinigtes Mischfutter aufgetaucht sei. Die Spur führte zur RÖV. Diese hatte den Angaben zufolge schon bei Eigenkontrollen Salmonellen in Rapsexpeller festgestellt, das aber offenkundig nicht gemeldet.

Die RÖV habe seit Bekanntwerden des Verdachtes vollumfänglich mit den Behörden kooperiert und werde alle beteiligten Behörden auch weiterhin bis zur vollständigen Aufklärung unterstützen, teilt die HaGe heute gegenüber agrarzeitung.de mit. Die Produktion der Ölmühle ruht derzeit. In den vergangenen Tagen wurden Rückstellmuster und Muster aus der laufenden Produktion aus der Ölmühle für den Zeitraum ab dem 24. Oktober 2017 zur erneuten Untersuchung gegeben. In den bisher ermittelten Analyseergebnissen konnten keine Salmonellen nachgewiesen werden, heißt es von Seiten der HaGe. Die Bewertung werde nach Vorlage aller Ergebnisse in Koordination mit den Behörden durchgeführt.


Darüber hinaus möchte die Ölmühle Kiel keine weiteren Auskünfte erteilen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt und sowohl die internen, als auch die externen Ermittlungen und Analysen noch nicht abgeschlossen seien.
Abpressgrad entscheidend

Rapskuchen oder Rapsexpeller fällt bei der Herstellung von Rapsöl an. Die Rapssaat wird dazu zerkleinert, was die Ölausbeute beim anschließenden Auspressvorgang erhöht. Das Auspressen geschieht meist über rotierende Schnecken („Expellerpressen“), daher auch die Bezeichnung „Rapsexpeller". Dieser enthält aufgrund der intensiven Verwertung meist weniger als 10 Prozent Rohfett.

Bei einem üblichen Abpressgrad von 30 Prozent entstehen aus einer Tonne Rapssaat 300 kg Rapsöl und 700 kg Rapskuchen.

Rapsextraktionsschrot (RES) wird in Ölmühlen durch die Extraktion des Rapsöls aus der Rapssaat mit Hilfe von Lösungsmitteln als Koppelprodukt gewonnen. Dies erfolgt in einem thermischen Verfahren.

Salmonellen auch in Süddeutschland

Vor Weihnachten hatte bereits die ADM-Ölmühle in Straubing die Produktion von Sojabohnen zu Sojaschrot und- öl einstellen müssen. Hier kam es zu Verunreinigungen mit Salmonellen im Zeitraum von November bis Mitte Dezember.

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