Molkerei

Milchpreis soll im Voraus fest stehen

Der scheidende Bundeslandwirtschaftsminister Christan Schmidt fordert eine faire Verteilung von Preisrisiken am Milchmarkt. Er plädiert weiter für einen Branchenverband.


"Die Milcherzeugung hat eine herausragende Bedeutung für die deutsche Landwirtschaft, vor allem mit Blick auf eine flächendeckende Grünlandbewirtschaftung", sagte Schmidt im Anschluss an ein Treffen mit der Milchbranche in seinem Ministerium Anfang dieser Woche. Er verwies darauf, dass der Rechtsrahmen zur Bildung eines Branchenverbandes und zur Änderung der Rohmilchlieferbedingungen in seiner Amtszeit geschaffen worden sei.

Wie agrarzeitung.de aus Teilnehmerkreisen erfuhr, wurde im Rahmen des Gesprächs ein neues Instrument vorgeschlagen. Dabei handelt es sich um das Ergebnis einer Tagung der Arbeitsgruppe "Milch" der Bundesländer in der vergangenen Woche. Dies sehe vor, den Artikel 148 der EU-Verordnung 1308/2013, der Gemeinsamen Marktordnung (GMO), für Deutschland zu modifizieren. Darin sei in Absatz 4 geregelt, dass den Mitgliedstaaten Optionen im Vertragsrecht eingeräumt seien. Die Arbeitsgruppe empfiehlt der neuen Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, diese Option zu nutzen. Damit könne es möglich werden, Rohmilchverträge nur abzuschließen, wenn Menge und Preis im Voraus mit den Lieferanten vereinbart werden.  

Grundsätzlich sei ein derartiges Vorgehen denkbar, bemerkt dazu der Hauptgeschäftsführer des Milchindustrieverbandes (MIV), Eckhard Heuser, gegenüber agrarzeitung.de. Jedoch spreche sich sein Verband dagegen aus. Rund 50 Prozent der Milch aus Deutschland würden exportiert. Sollte eine derartige Regelung nur für Molkereien in Deutschland gelten, sehe er darin im Vergleich zu anderen europäischen Ländern einen Nachteil für die deutschen Unternehmen. Über das weitere Vorgehen müsse dann die neue Agraraministerin Julia Klöckner entscheiden, sagte Heuser.

Weiter hieß es aus dem Kreis der Teilnehmer, dass das Gespräch in sehr harmonischer Atmosphäre verlaufen sei. Schmidt habe Anerkennung gezeigt für Initiativen der genossenschaftlichen Interessengemeinschaft (IG) Milch. Dazu zähle er das kürzlich eingeführte "Milchbarometer" sowie eine Flexibilisierung der Kündigungfristen für Lieferanten.



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