Molkereien

DMK hält sich bei Glyphosat raus

Als „Effekthascherei“ bezeichnet der Chef der größten deutschen Molkerei die Verbote von Glyphosat, die Konkurrenten verhängt haben. Er sieht „keine Notwendigkeit“ für ein Verbot.

 

Deutschlands größtes Molkereiunternehmen Deutsches Milchkontor (DMK) will seinen 8600 Milchbauern kein Glyphosat-Verbot verordnen. Im Interview mit der Dienstagsausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung begründete DMK-Geschäftsführer Ingo Müller seine Zurückhaltung damit, dass ein Übergang von Glyphosat aus Futtermitteln in die Milch von Kühen bisher nicht nachgewiesen worden sei. Zudem beruft sich der DMK-Chef auf das das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das bei sachgemäßer Anwendung „kein krebserzeugendes Risiko“ für Menschen erkennt.

Für DMK ergebe sich daher nicht die Notwendigkeit, „hier in irgendeiner Art effekthascherisch aktiv zu werden", so Müller wörtlich in dem Interview. Als erste Molkerei hatte Berchtesgadener Land ein Anwendungsverbot von Glyphosat für seine rund 1800 Landwirte in Süddeutschland beschlossen. Der Milchverarbeiter Gropper, der unter anderem Aldi beliefert, will einen Ausstieg bis 2020.

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