Monsanto

Grüne fordern Glyphosat-Stopp

Annalena Baerbock
Foto. Grüne
Annalena Baerbock

Die Entscheidung eines US-Gerichts zur Zahlung von 290 Mio. US-$ Schadensersatz von Monsanto an einen Krebspatienten belebt die Glyphosat-Debatte in Deutschland. Hessen hatte kurz zuvor den Ausstieg verkündet.

Als Folge des Monsanto-Urteils steigt der Druck bei der Glyphosat-Debatte auch in Deutschland wieder an. Die Parteivorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, hat die Bundesregierung zu einem schnellen Anwendungsstopp des Pflanzengifts Glyphosat aufgefordert. Das sagte Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im Bundesagraministerium (BMEL) wird bereits an einer Reduktionsstrategie von Pflanzenschutzmitteln gearbeitet. Im Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD darauf geeingt, den Glyphosateinsatz bis zum Ende der Legislaturperiode zu verrringern.

Hessen prescht vor

Kurz zuvor hatte die hessische Landwirtschaftministerin die Debatte belebt. Priska Hinz (Grüne) hatte im hessischen Landtag eine Glyphosat-Ausstiegsstrategie vorgestellt. Das Ziel lautet, schnellst möglich den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden in der gesamten hessischen Landwirtschaft sowie in Garten und Wald zu beenden - zumindest auf Flächen, die der öffentlichen Hand gehören. Hinz erklärte: „Bei Wiederverpachtungen von Staatsdomänen wird der Glyphosatverzicht zum Bestandsteil neuer Pachtverträge. Die Bestandspächter werden wir bei diesem Schritt individuell beraten und unterstützen."
Die hessische Ministerin hat bereits im Jahr 2015 mit einem Erlass an den Pflanzenschutzdienst des Landes die Anwendung von Glyphosat im öffentlichen Raum weitgehend ausgeschlossen. Neue Genehmigungen für  Freilandflächen, die nicht landwirtschaftlich, gärtnerisch oder forstwirtschaftlich genutzt werden, können nur noch in Ausnahmefällen, wie zur Einhaltung von Verkehrssicherungspflichten erteilt werden. Hinz will sich dafür einsetzen, dass die EU-Genehmigung des Wirkstoffs in maximal fünf Jahren ausläuft.

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