Monsanto-Urteil

Kläger gegen Glyphosat akzeptiert Schadensersatz


Foto: Archiv

Der Kläger im Prozess gegen Monsanto akzeptiert die niedrigere Schadensersatzzahlung. Ein Gericht hatte Monsanto für den Umgang mit dem Wirkstoff Glyphosat verurteilt.

Im kalifornischen Prozess des ehemaligen Hausmeisters Dewayne Johnson gegen den Glyphosathersteller Monsanto hat der Kläger der niedrigeren Schadensersatzzahlung zugestimmt. Monsanto muss dem Kläger rund 78 Mio. statt der im August veranschlagten 289 Mio. US-$ zahlen. Laut Medienberichten hatte vor etwa zwei Wochen eine Richterin das Urteil von 289 auf 78 Mio. US-$ reduziert, die Forderung Monsantos nach einem neuen Prozess jedoch abgelehnt. Der Kläger akzeptierte nun das Urteil, um „die Last eines neuen Verfahrens“ zu vermeiden.

Die Geschworenen kamen im August zu dem Schluss, dass der Wirkstoff Glyphosat krebserregend sei und Monsanto seine Kunden über die Risiken nicht ausreichend informiert oder gar die Gefahr verschleiert hat. Die Pflanzenschutzmittel hätten „wesentlich“ zur Krebserkrankung des Klägers beigetragen. Das Gericht bezeichnete die fehlende Risikowarnung zudem als „heimtückisch“.

Johnson, ein 46-jähriger ehemaliger Gärtner einer Schule, arbeitete jahrelang mit Glyphosat und ist nun unheilbar an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Neben Johnsons Klage laufen viele hundert weitere Klagen gegen Monsanto wegen Glyphosat. Allein deswegen hat das Urteil Präzedenzcharakter.

Die Bayer-Tochter Monsanto widerspricht dem Urteil. Es gäbe keine zuverlässigen Beweise für einen Zusammenhang zwischen Glyphosat und der Krebserkrankung des Klägers. Die Krebsgefahr von Glyphosat ist weiterhin umstritten. 



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