Nabu

Agrarlobby-Studie empört vor allem im Internet


Der ARD-Bericht und die Studie über Verflechtung von Agrarlobbyismus und Politik schlägt vor allem im Internet Wellen. Im Raum stehen gegenseitige Vorwürfe. Unterm Strich gibt es wenig Neues.

Die ARD setzte sich am Montagabend mit den Verflechtungen zwischen Lobbyismus und Agrarpolitik auseinander. Verschiedene Vorwürfe wurden an die Agrarindustrie, die Landwirtschaftsverbände und Politiker erhoben. Hauptkritikpunkt, der Sendung, die sich auf eine Studie der Universität Bremen stützt, war der Vorwurf, dass die Agrarlobby direkt am demokratischen Entscheidungsprozess teilnehme. 

Platzierung zur Europawahl

In den Kommentarspalten auf Facebook und Twitter reagierten viele Landwirte. So richtig neu und überraschend sei das nicht, heißt es dort. Die enge Verflechtung von Lobby und Politik sei öffentlich, denn die Abgeordneten seien verpflichtet, ihre Tätigkeiten offen zu legen. Eigentümlich erscheint vielen die zeitliche Einordnung. Nur einen Monat vor der Europawahl erscheine die von dem Nabu in Auftrag gegeben Studie fast wie Wahlhilfe für Grüne. Viele Nutzer auf Facebook verweisen im Gegenzug auf die "Ökolobby", die versuche, den Entscheidungsprozess zu beeinflussen.

Axel Finkenwirth, Pressesprecher des Deutschen Bauernverbandes, kritisierte die Studie als „gekauft“, weil sie vom Nabu in Auftrag gegeben wurde. Der Hauptgeschäftsfüherer des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Dr. Henning Ehlers, zeigt sich entspannt: "Gute Kontakte der Agrarbranche mit der Politik sind nichts, worüber man sich empören müsste". Immerhin trügen sie dazu bei, dass Diskussionen in den Parlamenten mit dem größtmöglichen Sachverständnis geführt werden könnten. Bestens informierte Politiker wären im Interesse der Allgemeinheit.

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