Nachhaltigkeit

Kette muss an einem Strang ziehen


Nachhaltigkeit wird von Erzeugern bis zum Handel als Differenzierungsmerkmal gesehen und als Marketing- Instrument genutzt. Dennoch kommt wenig beim Verbraucher an. Indikatoren und ein gemeinsames Verständnis fehlen nach wie vor.

Eine nachhaltige Agrarproduktion ist Erzeugern, Verarbeitern und Händlern gleichermaßen wichtig. Jedes Unternehmen ist bestrebt, nachhaltig zu wirtschaften. Die Ansätze sind aber sehr verschieden. Möhrenproduzent Carsten Abenhardt von der Abenhardt GmbH in Datteln setzt auf Zertifizierung und will den Öko-Anbau ausbauen, erklärt er auf der Frühjahrstagung der Verbindungsstelle Landwirtschaft-Industrie e.V. (VLI) gestern in Münster. Die Molkerei Arla Foods hat sich zum Ziel gesetzt, den Verbrauch an Energie und Wasser sowie den CO2-Fußabdruck zu reduzieren und recycelbare Verpackungen zu verwenden, erläutert Jaqueline Walter. Sie leitet bei der Arla Foods Deutschland GmbH den Bereich Qualität, Umwelt, Gesundheit und Sicherheit in Zentral Europa. Das könne man aber nicht einfach auf andere Molkereien übertragen.  Und für Tierhalter Stefan Teepker ist vor allem die Effizienzsteigerung im Unternehmen wichtig.

Gemeinsame Kenngrößen, die definieren, was nachhaltig ist, gibt es nicht. „Nachhaltigkeit muss messbar sein“, sagt Teepker.  Die Landwirtschaft müsse rationale Maßstäbe und Indikatoren  entwickeln, fordert Carl-Albrecht Bartmer. Diese Indikatoren sollten auch in der künftigen EU-Agrarreform verankert werden, so Bartmer. Denn der Handel picke sich nur Einzelheiten heraus, um am Point-of-Sale beim Verbraucher zu punkten. Zugleich müssten diese Indikatoren aber auch „verbrauchergerecht aufbereitet sein“, ergänzte eine Diskussionsteilnehmerin, damit die Konsumenten sie verstehen.  

Darüber hinaus forderten die Unternehmer einhellig verlässliche Bedingungen, die auch von möglichst vielen Erzeugern in den verschiedenen Segmenten der Agrarproduktion  umsetzbar sind statt einer Vielzahl an spezifischen Programmen des Lebensmitteleinzelhandels. Diese Rahmenbedingungen sollten im Dialog entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickelt werden, so das Fazit der Teilnehmer. „Wir müssen uns viel mehr als Kette verstehen“, so Teepker.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 5. Mai 2018 12:33 | Permanent-Link

    Nachhaltigkeit im Sinne der Ökologie!?

    Die dahingehend charakteristisch prägenden Fußabdrücke innerhalb der letzten 3 Dekaden hinterlassen fürwahr unauslöschlich tiefste Spuren - wenn sich nicht schon in mancherlei Hinsicht nur schwerlich noch überbrückbare Gräben aufgetan haben - wo eine handverlesene Spezies innerhalb der hier thematisierten Lebensmittelkette vordringen durfte in die Einkommensspitze unserer Superreichen und dabei vornehmlich der Bauernstand sukzessive gnadenlos an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt wurde.

    Der reichen Industrienation Deutschland in weltweiter Leuchtturmfunktion muss ein absolutes Armutszeugnis ausgestellt werden, wenn dabei, kaum mehr zu leugnen, als wenig schmückender Zierrat der deutsche Bauernstand dato zusehends in Vielzahl dem Prekariat zuzuordnen ist. Darf sich harte Arbeit heute etwa nicht mehr lohnen? - Was alles befindet sich dabei in einer äußerst ungesunden Schieflage, initiiert seitens einer vollkommen verfehlten Agrarpolitik, selbige durchgängig beratend begleitet von einer Wissenschaft, die sich realiter in einer dabei maßgeblichen Verantwortung stehend, derselben nunmehr geschickt medial zu entziehen weiß, indem man selbst raffiniert die Flucht nach vorne angetreten hat und einzig die Vielzahl der weit weniger eloquenten tumben Bäuerlein als Versager am gesellschaftlichen Pranger bewusst desavouiert. Muss man, last, not least, im Besonderen unserer „EINEN STIMME“, dem deutschen Bauernverband, fatalerweise gerade seitens der Bauern nicht ein Versagen auf ganzer Linie bescheinigen; bis zum heutigen Tage die Zeichen der Zeit vollkommen verkannt zu haben, dem zahlenden Stimmvieh weit eher noch pausenlos äußerst kontraproduktiv in den Rücken gefallen zu sein!? - Ein starker Charakter sieht den Menschen im Gegenüber und lässt sich nicht fortwährend vom schnöden Mammon in Versuchung führen.

    Solange jeder einzelne Bauer betriebswirtschaftlich also in Ausschließlichkeit in der Nahrungsmittelproduktion zementiert bleibt, wird ein grausamer Kannibalismus unter uns Bauern als tief sitzender Stachel in den ländlichen Räumen belassen. Der gegenwärtig von verschiedensten Schaltzentralen allerdings an uns adressierte -sowohl unter ökologischen Gesichtspunkten sowie unter parallel dazu nicht wegzudenkenden ökonomischen Perspektiven kaum hinterleuchtete Forderungskatalog- lässt unzweifelhaft diesbezüglich wenig Veränderungsbereitschaft nur ansatzweise erkennen.

    Wie hinterhältig mutet doch an, um untermauernd beispiehaft die Irrwitzigkeit einzelner Entscheidungen beim Namen zu nennen, dass die Biodiesel-Beimischungsquote dem Vernehmen nach halbiert werden soll!? Von welchen mächtigen grauen Eminenzen wird hier brutalst Druck ausgeübt!?

    Unser blauer Planet tut sich schon mit einem Trump sehr schwer, wie viele dieser Spezies hält er aber noch zusätzlich aus? Allzu bereitwillig testet man diese Belastungsgrenze noch immer aus. - Absolut zum Fremdschämen, diese stoisch unbelehrbare Klimawandel-Leugnerfraktion! Die schöne Scheinfassade der Pariser UN-Klimakonferenz lässt hier grüßen.

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