Nafta-Einigung

Kanadische Milchfarmer in Angst


In letzter Minute haben sich die USA und Kanada auf eine Neuauflage des Nafta-Abkommens geeinigt. Die Trump-Regierung erstritt einen besseren Marktzugang für Milchprodukte.

Die USA und Kanada werden weiter im Rahmen eines Abkommens mit Mexiko Handel treiben. Der alte Nafta-Abkommen ist Geschichte und wird durch das United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) abgelöst. Bis zum Schluss hatten die Delegationen der USA und Kanadas um eine Einigung gerungen. Erst kurz vor dem Ablauf der von der US-Regierung gesetzte Frist 30. September, 24 Uhr, konnten die letzten strittigen Punkte geklärt werden.

Kanada gibt beim Milchprodukten Druck der USA nach

Details zu den Inhalten sollen am heutigen Montag in Washington und Ottawa bekannt gegeben werden. Kanada ist den USA entgegengekommen, indem es seinen Markt für Milchprodukte aus den USA stärker öffnet. Kanadische Medien berichten, dass die neue Vereinbarung zusätzliche Milchexporte der USA im Umfang von bis zu 3,59 Prozent des kanadischen Michmarktes ermöglichen werde. Der zusätzliche Exportwert soll mehrere Hundert Millionen US-Dollar betragen. Kommentatoren sehen deshalb die kanadischen Milchfarmer in Ontario und Quebec als die großen Verlierer des Kompromisses. Schon die Handelsabkommen mit der EU und den Pazifik-Staaten hätten die kanadische Milchwirtschaft 250 Mio. US-$ gekostet.

Micherzeuger in Ontario füchten Einbußen

Verärgert sind die Vertreter der Milchbranche auch deshalb, weil sie für keine der beiden Seiten positive Effekte sehen. „Der Staat Wisconsin produziert mehr Milch als ganz Kanada", stellt Graham Lloyd in der in Toronto erscheinenden Zeitung The Globe an Mail fest. Der Geschäftsführer der Dairy Farmers of Ontario fürchtet, dass die Vereinbarung den US-Kollegen wenig helfe, aber in Kanada großen Schaden anrichten wird.

Kostensenkungen könnten neue Chancen eröffnen

Zwar scheinen die Zugeständnisse Kanadas an die USA gering, doch wegen der bisher starken Reglementierung gilt der kanadische Milchmarkt als ausgesprochen fragil. Höhere Importe müssen mit einer sinkenden einheimischen Produktion kompensiert werden, um ein Überangebot und einen Preisverfall zu vermeiden. Einige Analysten sehen in dem stärkeren Marktdruck aber auch eine Chance. Die kanadische Milcherzeugung könnte so gezwungen werden, die Kosten zu senken und wettbewerbsfähiger werden, um schließlich selbst erfolgreich Milchprodukte auf dem Weltmarkt anbieten zu können.

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