Nahrungsmittel

BfR bemängelt Faktenlage bei Mikroplastik


Mehr als die Hälfte der Deutschen sorgen sich um Mikroplastik in Lebensmitteln. Das geht aus einer Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung hervor.

Die gute Nachricht zuerst: „Nach dem derzeitigen Stand des Wissens ist nicht davon auszugehen, dass von den Plastikpartikeln in Lebensmitteln gesundheitliche Risiken für den Menschen ausgehen“, sagt der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) Andreas Hensel. Und nun die schlechte Nachricht: Es gibt kaum wissenschaftliche Publikationen zu dem Thema.

Für die Aussage des BfR-Präsidenten gibt es demnach praktisch keine belastbaren Daten. Das Institut beklagt den wissenschaftlichen Faktenmangel und bemüht sich um Abhilfe. „Das BfR forscht an der Frage, ob und wie Partikel über den Darm aufgenommen werden“, so Hensel. Es herrscht sowohl Unklarheit über die Frage, ob, wie viel und welche Art von Mikroplastik sich in Nahrungsmitteln verstecken, als auch über die Frage, wie der menschliche Körper mit dem Fremdstoff umgeht.

Bereits 2016 befragte das BfR die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA zu dem Thema. Die europäischen Nahrungsmittelwächter bestätigten, dass Mikroplastik durch Nahrung aufgenommen werden kann, doch mangels analytischer Methoden konnte der Verbleib oder gar der Abbau der Fremdstoffe im Körper nicht untersucht werden. Laut des BfR gibt es vereinzelt Daten, die darauf hinweisen, dass Mikropartikel kleiner als 0,001mm im Darm resorbiert werden können. Ab einer bestimmten Größe können Plastikpartikel in der Darmwand aufgenommen werden. Belastbare Hinweise, ob und wie schädlich das für die Organe des Menschen ist, gibt es nicht.

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