Netzgipfel

Altmaier forciert Stromautobahnen


Der Strom aus erneuerbaren Energien bald von Nord nach Süd fließen können.
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Der Strom aus erneuerbaren Energien bald von Nord nach Süd fließen können.

Nur mit einem funktionierenden Stromnetz kann die weitere Umstellung auf erneuerbare Energien gelingen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will stockende Projekte jetzt schärfer überwachen.

Die Bundesländer wollen nicht länger den Bau von Stromleitungen verhindern oder verzögern. Auf dem Netzgipfel am Donnerstag in Berlin haben sich die Energieminister der Länder mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf ein Maßnahmenpaket verständigt. Es beinhaltet ein Controlling der Projekte zum Netzausbau. Orte, an denen es besonders viele Proteste und Verzögerungen gibt, sollen die Länder benennen und mit Zielvorgaben versehen. Ferner ist im Maßnahmenpaket des Netzgipfels festgehalten, den Aktionsplan Stromnetz zu überarbeiten. Altmaier will das Papier im 1. Quartal 2019 vom Bundeskabinett beschließen lassen. Noch wird an dem Ziel festgehalten, bis Ende 2021 alle 1.800 km an Leitungen und Nord-Süd-Stromautobahnen genehmigt zu haben. 

Finanziellen Ausgleich gefordert

Vor dem Netzgipfel hatte sich Altmaier mit Vertretern der Bauern- und Waldverbände getroffen. Die Grundstückseigentümer befürchten einen Flächenverlust durch den Bau von Strommasten. Es kann nicht sein, dass die Energiewende auf dem Rücken der Grundeigentümer ausgetragen wird, heißt es beim Westfälischen Bauernverband. Der Verband fordert jährliche Kompensationszahlungen. Dazu sind rechtliche Anpassungen notwendig. Zudem wehren sich die Landwirte gegen den doppelten Flächenverlust, der zum einen durch den Leitungsbau und zum anderen durch Ausgleichsflächen entsteht. Eine Lösungsidee wäre die Beteiligung der Trassenanlieger am Leitungsprojekt. Unterstützung kommt aus Niedersachsen. Energieminister Olaf Lies (SPD) sieht dringenden Handlungsbedarf sowohl bei der ausstehenden Kompensationsverordnung als auch bei dem finanziellen Ausgleich für Grundstückseigentümer. 

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