Netzausbau

Landwirte gegen Suedlink

Bundeswirtschaftsminister Altmaier musste sich auf dem Bürgerdialog am Donnerstag in Schmalkalden heftige Kritik zur Stromautobahn anhören.
Screenshot Facebook
Bundeswirtschaftsminister Altmaier musste sich auf dem Bürgerdialog am Donnerstag in Schmalkalden heftige Kritik zur Stromautobahn anhören.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier setzt weiter auf den Dialog, um den Netzausbau von Nord nach Süd für Erneuerbare Energien voranzubringen. In Thüringen wehren sich Regierung und Landwirte gegen die geplante Südlink-Trasse.

Die Blockade in Schmalkalden gegen den Bau der Südlink-Trasse war in dieser Woche groß. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich zum Bürgerdialog in dem Ort über den Bau der Südlink-Trasse angemeldet. Landwirte und Bewohner befürchten einen weiteren Verlust von Flächen und sie äußern wegen der Leitungen auch gesundheitliche Bedenken. Am Nachmittag traf Altmaier mit der grünen Umweltministerin in Thüringen, Anja Siegesmund, und Agrarministerin Birgit Keller (Linke) zusammen. 

Vor allem Keller, die für Infrastruktur und Landwirschaft in Thüringen zuständig ist, ist von der dritten Trasse wenig begeistert. "Wir haben genug Vorleistungen erbracht", sagte Keller. 2017 ist die Thüringer Strombrücke mit etwa 150 Kilometer Länge in Betrieb gegangen und weitere Leitungen des Südostlinks mit fast 400 Kilometer Länge sind fest eingeplant. Eine dritte Trasse lehnen wir ab“, erklärte Keller. Diese Meinung entspricht der Auffassung der Landwirte, die keine weiteren Flächen mehr opfern wollen und bei der Erdverkabelung Bedenken wegen der Erwärmung um ihre Kulturen haben.


„Die Energiewende darf nicht durch fehlerhafte Planungsprozesse gefährdet werden. Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass das Gebot der Geradlinigkeit bei der Planung des Südlink nicht beachtet wurde. Der Thüringer Alternativvorschlag zum Trassenverlauf über Hessen wurde außerdem nicht umfänglich geprüft. Dagegen gehen wir jetzt gerichtlich vor, um hier schnellstens Klarheit zu schaffen“,  kündigte Keller an.

Antrag abgelehnt
Im Januar 2018 hat die Bundesnetzagentur den Alternativvorschlag von Thüringen zum Verlauf von Suedlink nach einer eigener Prüfung abgelehnt. Zuvor hatten dies der Netzbetreiber Tennet getan. Die wesentlichen Gründe für das schlechtere Abschneiden des Thüringer Vorschlags gegenüber der von der Bundesnetzagentur vorgelegten Trasse sind eine deutlich höhere Anzahl an erheblichen Naturschutz-Konflikten, höhere Anteile von sensiblen Flächen innerhalb der etwa 1.000 Meter breiten Korridore sowie einzelne Konfliktstellen, die eine Realisierung der Leitung nicht oder nur unter einem extremen technischen und wirtschaftlichen Aufwand in dem Korridor zulassen, wie beispielsweise die Querung des Spessart. Es sind daher keine weitergehenden Untersuchungen zu diesem Alternativvorschlag vorgesehen, teilt die Bundesnetzagentur mit.
Altmaier sagte den Protestanten zu, dass sein Ministerium erneut die Lage prüfen wird. Dennoch könne er nicht versprechen, dass Thüringen von der Südlink-Trasse verschont bleibe.

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