Niederlande

Milcherzeuger wollten Phosphatquote umschiffen


Verdächtig viele Zwillingsgeburten in den Niederlanden lassen Manipulationen bei den Tierdaten auffliegen. Das Ziel war, die Kuhbestände lediglich auf dem Papier abzubauen.

Das niederländische Landwirtschaftsministerium hat Medienberichten zufolge jetzt mehr als 2.000 Milchviehbetriebe sperren lassen. Sie sollen falsche Tierbestände gemeldet haben. Aufgefallen war der Betrug, weil die Landwirte plötzlich viele Zwillings- oder Mehrlingsgeburten gemeldet hatten. Im Schnitt bringen etwa drei bis fünf Prozent der Kühe zwei oder mehr Kälber zur Welt. 2017 lag die Quote, die bei dem Identifikations- und Registrierungssystem (I & R) einging, bei mehreren tausend Betrieben bei über 10 Prozent. 

Die niederländische Tierdatenbank zählt trächtige Rinder nur als halbe Großvieheinheit (GVE). Erst mit der Kalbung werden die Kühe als 1 GVE angerechnet. Weil Kälber nicht ihren Müttern, sondern anderen Kühen als Zwillingskälber zugeordnet wurden, reduziert sich offiziell die Zahl der Großvieheinheiten.

Versuch, Quote zu umschiffen

Das hat einen direkten Einfluss auf die Phosphat-Emissionsmenge. Im Zuge der Einführung der Phosphatquote zum 1. Januar 2018 waren zahlreiche Milchviehhalter gezwungen, ihre Bestände abzustocken, um die Emissionsgrenze nicht zu überschreiten. Der Zwillingstrick sollte helfen, die Quote zu umschiffen.


Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten ist Medienberichten zufolge über den Betrug schwer entäuscht. Die Manipulationen des Meldesystems seien inakzeptabel und schadeten vor allem dem Image der Milchbranche.


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