Niedersachsen

Mehr Interesse an Öko-Umstellung

Öko ist en vogue. Das merken auch die Umstellungsberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, deren Dienste immer öfter gefragt sind. 

Das berichtet Ulrich Klischat im Ökoausschuss des Landvolkes Niedersachsen von seiner Tätigkeit im Landvolk-Pressedienst (LPD). Hintergrund seien die deutliche Zuwächse mit Öko-Lebensmitteln, vornehmlich im Lebensmitteleinzelhandel. Damit würden die Umstellungsanreize zunehmen, so der LPD. 

Der Ökolandbau auf Deutschlands Höfen hat in den vergangenen Jahren langsam, aber stetig zugelegt. Laut Informationen des LPD liegt der Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche mittlerweile bei knapp 7,5 Prozent. Er sei damit aber noch weit von der 2001 angestrebten 20 Prozent-Marke entfernt, die die damalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast angepeilt hatte.

In Niedersachsen ist der Ökoflächenanteil in der Landwirtschaft mit 4,4 Prozent noch deutlich geringer als im Bundesdurchschnitt, so der LPD. Die konventionelle Agrarwirtschaft profitiere von guten Strukturen in den vor- und nachgelagerten Branchen. 

Einen wichtigen Einflussfaktor für eine erfolgreiche Umstellung sieht Berater Klischat in der Betriebsleiterfamilie. Die gesamte Familie müsse die Entscheidung mittragen und über entsprechendes Wissen verfügen. Ökobauern benötigten in manchen Dingen auch ein „dickeres Fell“ als ihre konventionellen Kollegen, sie würden schließlich kritischer beäugt. Auf jeden Fall werden trotz Umstellungsprämien finanzielle Reserven für die wirtschaftlich schwierige Phase der Umstellung benötigt, ist sich Klischat sicher.

Ähnlich wie in der konventionellen Landwirtschaft entscheiden laut Klischat Rahmendaten wie Marktnähe, Bodenqualität, Beregnungsmöglichkeit aber auch Toleranz der Verpächter über eine erfolgreiche Umstellung. Reine Bio-Ackerbauern benötigten Kartoffeln und Feldgemüse als Umsatzbringer, auch Öko-Eier oder Biomilch böten finanzielle Chancen. Grundsätzlich sollten die Vermarktungsmöglichkeiten zuvor geklärt werden, so der Berater.

Nicht jeder wagt den Schritt

„Biobauern und konventionelle Landwirte rechnen ähnlich“, schildert Carsten Bauck als Vorsitzender des Ökoausschusses im Landvolk Niedersachsen. Die höheren Preise im Ökolandbau werden mit geringeren Erträgen und höheren Aufwendungen begründet. Längst nicht jeder Landwirt, der seinen Umstellungswunsch mit der Beratung vorurteilsfrei durchrechne, wage anschließend den Schritt. Nur etwa jeder dritte umstellungsinteressierte Landwirt setze den Plan anschließend auch in die Tat um. 

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