Niedersachsen

Otte-Kinast erwartet Bestandsabbau


Düngeverordnung und Tierwohldebatte werden die Agrarbranche im Westen Niedersachsens verändern. Kurzfristig sind vor allem die Nährstoffüberschüsse ein Problem.

Die Niedersächsische Landwirtschaft steht mit der vor einem Jahr in Kraft getretenen Düngeverordnung vor gewaltigen Herausforderungen. Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast rechnet damit, dass Tierhalter auf die neuen gesetzlichen Regeln mit einem Abbau ihrer Bestände reagieren. "Am Ende des Wirtschaftsjahres müssen sich die Tierhalter fragen, ob ihre landwirtschaftliche Fläche zur Tierzahl passt", erklärte Otte-Kinast heute in Vechta am Rande der Strategiekonferenz "Zukunft Agrar Nordwest", die vom Verbund Transformationswissenschaft Agrar Niedersachsen organisiert wurde.

Ein Teil der Lösung könnte die Erkenntnis sein, dass man im Betrieb zu viele Tiere und zu wenig Fläche hat, so die Ministerin. Sie sieht in der technischen Aufbereitung der Wirtschaftsdünger eine Möglichkeit, das Problem zu entschärfen. Gülle und Gärreste über große Entfernungen in die Ackerbauregionen zu transportieren sei dagegen langfristig keine Lösung. Aufnehmende Ackerbaubetriebe würden eine gleichbleibende Qualität der gelieferten Wirtschaftsdünger erwarten. Doch im Hinblick auf die Stickstoff und Phosphatgehalte unterscheide sich die Gülle je nach Tierart. Verfahren zur Aufbereitung der Wirtschaftsdünger zu streufähigen mineraldüngerähnlichen Produkten spielten eine Schlüsselrolle bei der Lösung des Problems.

Trotz aller aktuellen Schwierigkeiten rief die CDU-Politikerin dazu auf, positiv zu denken. Sie habe viele Menschen kennengelernt die bereit sind, die Probleme vor Ort zu lösen. Diese Bemühungen gelte es zu unterstützen.

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