Niedersachsen

Schlachthöfe setzen Kameras ein


Kameras soll für mehr Tierschutz beim Schlachten sorgen.
Bild: Pixabay / 3dman_eu
Kameras soll für mehr Tierschutz beim Schlachten sorgen.

Die Videoüberwachung soll in Niedersachsen zum Standard in Schlachthöfen werden. Verbände und Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast haben am heutigen Dienstag eine entsprechende Erklärung unterzeichnet.

Niedersachsen schlägt ein neues Kapitel in Sachen Tierschutz am Schlachthof auf: Am heutigen Dienstag unterzeichneten Barbara Otte-Kinast (CDU) für das niedersächsische Landwirtschaftsministerium und die Verbände der Land- und Fleischwirtschaft eine Erklärung, nach der kameragestützte Überwachung in Schlachtbetrieben Einzug halten soll. Diese soll die Einhaltung der tierschutzrechtlichen Regelungen sicherstellen.
Damit reagieren Branchenvertreter und Politik auf die im vergangenen Jahr festgestellten Tierschutzverstöße und -verdachtsfälle in niedersächsischen Schlachtbetrieben.
Diese Vorfälle haben in der öffentlichen Debatte die Forderung nach Videoüberwachung zu Tierschutzzwecken in Schlachtbetrieben provoziert.

Initiative ist von den Schlachthöfen gut vorbereitet

„Wir unterstützen den Einsatz von Kameras zur Tierschutzüberwachung und führen aktuell die Erfahrungen der Unternehmen mit diesem Instrument zusammen, um den Einsatz für den Tierschutz und die Auswertung optimal zu gestalten“, schreibt der Verband der Fleischwirtschaft anlässlich der Vertragsunterzeichnung in einer Pressemitteilung. Im Verband der Fleischwirtschaft sind Schlacht-, Zerlege- und Fleischhandelsbetriebe vertreten, in denen zusammen mehr als 90 Prozent des deutschen Rind- und Schweinefleisches erzeugt wird und die fast den gesamten deutschen Außenhandel mit Fleisch tätigen. In Niedersachsen zählen 17 Schlachtbetriebe zu den Mitgliedern. Diese Betriebe stehen für 94 Prozent aller niedersächsischen Rinderschlachtungen und 96 Prozent aller niedersächsischen Schweineschlachtungen.

Verband sieht keine Gefahr für die Betriebe

Der Verband gibt sich in der Pressemitteilung zuversichtlich, die hohen Standards an den Tierschutz auch unter den wachen Augen der Kameras erfüllen zu können: „Die Betriebe haben in den zurückliegenden Jahren Forschungsarbeiten initiiert und unterstützt, die zu einem verbesserten Tierschutz beitragen, und die Ergebnisse umgesetzt.“ Im Verband sei mit Hilfe anerkannter Experten ein Handbuch zum Tierschutz in Schlachtbetrieben erstellt worden, das in allen Betrieben und von der amtlichen Überwachung eingesetzt werde.
„Jeder Betrieb hat einen von offiziell anerkannten Stellen geschulten Tierschutzbeauftragten, der für die Einhaltung der Tierschutzanforderungen verantwortlich ist“, betonen die Verantwortlichen. Darüber hinaus erhielten die mit lebenden Tieren umgehenden Mitarbeiter Tierschutzschulungen. Zur Unterstützung der Überwachung würden ohnehin in vielen Betrieben bereits seit langem Videotechnik eingesetzt.


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