Suedlink

Tennet-Schreiben sorgt für Ärger

Das Thema Südlink provoziert erneut Ärger bei Landwirten
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Das Thema Südlink provoziert erneut Ärger bei Landwirten

Landwirte in Niedersachsen haben Post von der Firma Tennet bekommen. Es geht um Voruntersuchungen des Bodens für die geplante Stromtrasse SuedLink. Das Landvolk wertet dies als "Überrumpelungsaktion". Tennet spricht von einem Missverständnis. 

Laut einer Mitteilung des Landvolk Niedersachsen löste das Schreiben unter den Anrainern des Korridors für die geplanten Stromtrasse SuedLink "absolute Verägerung" aus. Die betroffenen Landwirte hätten "pauschale Formulare mit weitreichenden Zustimmungserklärungen ohne konkrete Vorabinformation" erhalten. Zudem sollten die ersten Arbeiten laut Landvolk schon am 22. Juni, also noch vor Beginn der Getreideernte, in Angriff genommen werden. „Im Stil eines Inkassounternehmens werden die Landwirte ohne weitere Hintergrundinformationen zu weitreichenden Einverständniserklärungen aufgefordert“, begründet Landvolkvizepräsident Dr. Holger Hennies die Verärgerung der Landwirte. Das Schreiben stuft er zu den genannten Bedingungen als „völlig inakzeptabel“ ein und spricht von einer "Überrumpelungsaktion".

Tennet plant minimalinvasive Eingriffe

Für Mathias Fischer, Pressesprecher bei Tennet, ist die ganze Angelegeheit ein Missveständnis; er erklärt gegenüber agrarzeitung.de den Hintergrund des Anschreibens. Das Unternehmen wolle lediglich an sieben Stellen in Niedersachsen Bohrungen von 12 bis 15 Zentimetern vornehmen. "Wir sprechen hier von minimalvasiven Eingriffen", formuliert es Fischer. Diese Bohrpoben sollten möglichst vom Feldweg aus geschehen. Falls das im Einzelfall nicht machbar sei, wolle man im Dialog mit den Grundstückseigentümern eine Lösung über Entschädigungen finden. Auch seien die Bohrungen nicht vor der Ernte geplant. "Wir bedauern dieses Missverständnis", fasst es Fischer zusammen. 

Der Ärger wäre vermeidbar gewesen, meint hingegen das Landvolk. Dafür wären die konkrete Rücksprache des Versorgers mit dem Landvolk und gezielte Informationen an die Betroffenen mit einer längerfristigen Terminplanung vorab notwendig gewesen. Der Vorhabenträger für Niedersachsen sowie beauftragte Dienstleistungsunternehmen sollten die Vorstellungen der Landwirte ernst nehmen und den Kontakt mit dem Landvolk und den Kreisverbänden suchen, heißt es weiter. Holger Hennies macht zugleich deutlich, dass die Landwirtschaft weiter zu den Zielen der Energiewende steht und auch die Notwendigkeit zum Ausbau des Stromnetzes akzeptiert. „Dies sollte aber bei Wahrung der landläufig guten Sitten geschehen“, so Hennies. 

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