Niedersächsisches Landvolk

Schulte to Brinke warnt vor zu hohen Auflagen


Schulte to Brinke auf der Mitgliederversammlung am Mittwoch in Hannover.
Landvolk
Schulte to Brinke auf der Mitgliederversammlung am Mittwoch in Hannover.

Klare Worte spricht der Landvolkpräsident auf der Mitgliederversammlung am Mittwoch in Hannover. Die Landwirte müssen, um den Klimawandel aufzuhalten, ihre Fruchtfolgen neu justieren.

Zugleich erinnerte Albert Schulte to Brinke daran, dass die Gemeinsame Agrarpolitik als wichtigstes Ziel die Sicherung der landwirtschaftlichen Einkommen habe. Deutlich warnte er vor zu hohen Auflagen im Natur- und Umweltschutz und einer Verschiebung von den Direktzahlungen in die 2. Säule. Dort müssten die Landwirte in „Vorleistung“ treten, erheblichen Aufwand zur Erfüllung höherer Standards betreiben und „am Ende haben wir Bauern keinen Cent mehr auf dem Konto“, gab der Landvolkpräsident zu bedenken.

„Die größte durch Dürre und Hitze verursachte Not haben die Landwirte in Eigenregie abgemildert“, zog er zu dem „Jahrhundertsommer“ Bilanz. Das Landvolk habe von Anfang an unbürokratische Hilfen gefordert; dazu zählt er Erleichterungen bei der Nutzung zusätzlicher Futterflächen, die Einrichtung einer Futterbörse und als langfristiges Angebot steuerliche Erleichterungen bei der Glättung schwankender Gewinne. Die staatlichen Dürrehilfen von Bund und Land müssten jetzt rasch zur Auszahlung kommen, damit die Betriebsleiter, die über Gebühr betroffen wurden, nicht ihrer Zukunftsperspektiven beraubt würden.

Entschieden wandte sich Schulte to Brinke gegen Bilder, die nicht zu entschuldigende Zustände in Ställen, oder wie jüngst geschehen, auf Schlachthöfen zeigen. „Missstände müssen zweifelsfrei abgestellt werden, aber die Nutztierhaltung muss ebenso zweifelsfrei ein Teil der Landwirtschaft bleiben“, sagte er an die Adresse von Tierschutzorganisationen gerichtet. Der vor einem Jahr gewählte Landvolkpräsident hob den großen Veränderungswillen der Landwirte hervor. „Die Bauern hinterfragen ihre Entscheidungen, holen sich die Expertise von Fachleuten ein und probieren Neues aus“, betonte er. Dies gelte für den chemischen Pflanzenschutz ebenso wie für die Düngung. „Aber ganz ohne geht es im Ackerbau leider auch nicht“, wehrte er sich gegen fundamentale Kritik und forderte eine stärker auf wissenschaftlich basierten Fakten geführte Diskussion über den chemischen Pflanzenschutz wie auch für die Düngung.

Um den Klimawandel aufzuhalten, müssten Landwirte ihre Fruchtfolgen und Ackerbaumethoden neu justieren. Hier setze auch die Ackerbaustrategie des Bauernverbandes an. Zugleich würden deutlich stärker als in früheren Jahren Ansprüche zu mehr Biodiversität berücksichtigt. Dies drücke sich nicht nur in den umfangreichen Greeningflächen aus, sondern auch in vielen freiwilligen Initiativen.

 

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