Nitrat

BÖLW: Düngerecht muss Verursacher-Prinzip folgen


Rot: Grundwasser mit einem Nitratgehalt über dem Schwellenwert von 50 mg/l im November 2017.
UBA
Rot: Grundwasser mit einem Nitratgehalt über dem Schwellenwert von 50 mg/l im November 2017.

Tierhaltung muss sich an der Fläche orientieren, fordert der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Es laufe falsch, wenn die Politik ausgerechnet die ressourcenschonenden Bauern mit zusätzlichen Auflagen überziehe.

„Wasserschützern das Leben schwer zu machen, löst das Nitratproblem nicht, sondern verschärft es“, betont Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Das gelte besonders für Öko-Betriebe. Denn denen bescheinige das Thünen-Institut, durch ihre Wirtschaftsweise schonend mit der Ressource umzugehen.



"Peinlich für die Bundesregierung, schädlich für Gewässer und Bauern, ärgerlich für die Bürger: Deutschland muss ein weiteres Mal an das Düngerecht ran. Die aktuellen Regeln reichen für den Gewässerschutz nicht aus. Vorschläge, die die Bundesregierung in Brüssel eingereicht hat, seien ungenügend. Grundlage des Düngerechts muss jetzt endlich das Verursacher-Prinzip werden", betont.

Verursacher punktgenau in die Pflicht nehmen

Ein wirksames Düngerecht müsse sicherstellen, dass auf der Fläche nur so viele Tiere gehalten werden, wie Böden und Gewässer verkraften. Bei zu vielen Tiere auf zu wenig Fläche, also einer nicht-flächengebundene Tierhaltung, falle mehr Gülle an, als die Böden und das Grundwasser verkraften. Ohne diesen wichtigen Schritt könnten die Nitratüberschüsse in den Gewässern nicht ausreichend reduziert werden

Löwenstein fordert Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Umweltministerin Svenja Schulze auf, ein Düngerecht zu schaffen, dass punktgenau die Verursacher in Pflicht nimmt und diejenigen, die Gewässer schützen, entlastet. Innerhalb der EU gehört Deutschland zu "den sechs Ländern mit den höchsten nationalen Stickstoff-Salden". Deshalb soll Deutschland die erst 2017 beschlossene Düngeverordnung erneut verbessern. Die ersten Vorschläge der Bundesregierung für eine Anpassung der Verordnung genügten der EU-Kommission nicht. Auch eine wissenschaftliche Untersuchung zeige, dass die angepassten Regeln "keine nennenswerte Reduzierung der Stickstoff-Überdüngung und damit von Nitrat-Einträgen ins Grundwasser" bewirken würden.


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