Nitrat

Niedersachsens Grundwasserbelastung stagniert


Die Zahl der Grenzwertüberschreitungen an Nitrat-Messstellen steigt im Vergleich zum Vorjahr nicht weiter an. Allerdings nähern sich mehr Messstellen der kritischen Grenze von 50 mg/l an. Doch eine veränderte Klasseneinteilung erschwert die Transparenz.

Die Nachricht ist eigentlich positiv. Die Zahl der Messstellen, die eine zu hohe Nitartbelastung des Grundwassers anzeigen, nimmt nicht weiter zu. Wie im Vorjahr wird auch in den Messungen aus 2016 an 16 Prozent der niedersächsischen Grundwasser-Messstellen der Grenzwert überschritten, meldet der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. 
Hohe Messdichte
Der Grenzwert für Nitrat beträgt sowohl in der Grundwasser- als auch in der Trinkwasserverordnung 50 mg/l. Für die Untersuchung der Grundwasserqualität wurden für den Parameter Nitrat in Niedersachsen rund 1350 Messstellen ausgewertet.

Schwerpunkt der Nitratbelastung bilden laut Bericht die Geestgebiete. Dort weisen rund 25 Prozent der Messstellen (148) Überschreitungen auf. Ursache sind die sandigen Geestböden, in denen das Niederschlagswasser schnell versickert, sodass Nitrat bis in das Grundwasser ausgewaschen wird. In den Niederungsgebieten, Marschen und Mooren herrschen hingegen oft denitrifizierende Bedingungen vor, die einen Nitratabbau bewirken.

222 Messtellen überschritten 2016 den Nitrat-Grenzwert
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222 Messtellen überschritten 2016 den Nitrat-Grenzwert


Verschiebungen innerhalb der Bewertungsklassen machen den Vergleich zu den Vorjahren allerdings schwer. Im Vorgängerbericht zum Jahr 2015 wurden noch 123 Messstellen verzeichnet, die in die kritische Klasse von 25 bis 50 mg Nitrat pro Liter Wasser einzuordnen sind. Im aktuellen Bericht für das Jahr 2016 befinden sich nur noch 67 Messstellen kurz unter der Schwelle zu 50 mg/l. Somit ist diese Menge aktuell gesunken. Allerdings hat sich die Spanne verändert. 2015 galt noch die weiter gefasste Nitratklasse 25 - 50 mg/l. Für 2016 gibt die engere Spanne von 37,5 - 50 mg/l.

2015 überschritten 221 Stellen den Grenzwert
az
2015 überschritten 221 Stellen den Grenzwert

Somit referiert der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zwei Jahre zurück: Kritisch sei die Zunahme von Messstellen der Nitratklasse 37,5 bis 50 mg/l zu sehen. 2014 waren noch 49 Messstellen dieser Klasse zuzuordnen, 2016 sind es mit 67 Stellen mehr Messstellen in einer geschrumpften Klasse, sodass der Landesbetrieb von einer zunehmende Belastung des Grundwassers ausgeht.


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