Nordrhein-Westfalen

Staatsschutz ermittelt nach Stalleinbruch


Nach einem Einbruch in einen schweinehaltenden Betrieb sind in der Nacht von Sonntag auf Montag 900 Tiere gestorben. Die Behörden ermitteln wegen des Verdachts auf eine politisch motivierte Tat.

 

In Nordrhein-Westfalen haben Stalleinbrüche offenbar eine neue Dimension erreicht. Nach einem Einbruch in einem Schweinemaststall in Vreden (Kreis Borken) sind in der Nacht von Sonntag auf Montag 900 Tiere gestorben. Es handelt sich bei dem Betrieb um den Hof von Christian Röring, Sohn des CDU-Bundestagsabgeordneten und Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Johannes Röring. Die Täter waren gewaltsam in den Technikraum des Stalles eingedrungen und hatten dort die Stromversorgung der für die Tiere lebensnotwendigen Belüftung unterbrochen. Den materiellen Schaden schätzt die Polizei auf rund 100.000 Euro.

Die Polizei in Borken hat die Münsteraner Staatsschutzabteilung eingeschaltet, die für Straftaten mit einem politischen Hintergrund zuständig ist. Vermutet wird, dass die Täter aus der Tierschutzszene kommen könnten. Konkrete Hinweise wie ein Bekennerschreiben, die einen solchen Verdacht rechtfertigen, fehlen aber bisher. Die Familie Röring war im Jahr 2016 schon einmal Opfer von Tierschützern geworden. Aktivisten der der Organisation Animal Rights Watch (Ariwa) stiegen nachts in den Stall ein und filmten die Tiere. Die Aufnahmen wurden im Fernsehen ausgestrahlt. Die daraufhin eingeleiteten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster zu möglichen Verstößen gegen Bestimmungen des Tierschutzes blieben ohne Ergebnis.

Der qualvolle Tod von 900 Schweine sorgte auch in der Tierschutzszene für Entsetzen. Die Organisation Peta setzte für Hinweise zur Aufklärung des Einbruchs eine Belohnung von 1000 Euro aus. Der Leiter der Rechtsabteilung des Verbandes glaubt, dass Tierschützer „ganz sicher nichts“ mit dem Tod der Schweine zu tun hätten, denn bei ihnen habe Tierwohl höchste Priorität. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) bewertet die Situation so: „Sollten diese abscheulichen Taten, aus den Reihen der Tierrechtsszene verübt worden sein, dann haben wir jetzt eine geradezu beängstigende Eskalation erreicht“, warnte ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Diese Radikalisierung sei für keinen hinnehmbar, nicht für den Staat, die Gesellschaft, die Bauern „und natürlich auch nicht für die ‚echten‘ Tierschutzorganisationen“.

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