Ziel der Initiative sind tierwohlgerechtere Ställe mit Außenklima, mehr Platz, mehr Licht und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten.
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Ziel der Initiative sind tierwohlgerechtere Ställe mit Außenklima, mehr Platz, mehr Licht und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten.

Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen präsentiert ein eigenes Programm für eine Nutztierstrategie. Finanzielle Unterstützung wird aus Landesmitteln gewährt.

„Wir wollen den Tierschutz insbesondere in der Nutztierhaltung weiter stärken und der Landwirtschaft helfen, strukturelle Veränderungen frühzeitig und erfolgreich zu gestalten", wird die für Umwelt und Landwirtschaft verantwortliche Ministerin Ursula Heinen-Esser in einer Mitteilung zitiert. Zu den Eckpunkten zählen danach die Entwicklung einer Tiergesundheitsdatenbank, die Einrichtung eines Tierschutzbeauftragten im Ministerium, präventiv noch wirksamere Kontrollen, die Einführung der Videoüberwachung in Schlachthöfen sowie klare Vorgaben für Tiertransporte.

Die Grundlagen für eine zukünftige Nutztierhaltungsstrategie sollen gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitet werden. "Wir können von Tierhaltern nicht verlangen, ins Blaue zu investieren. Wir werden sie in ihrem Weg durch verlässliche Rahmenbedingungen unterstützen", so die Ministerin bei der Vorstellung des Projekts am 1. Oktober 2019. Veränderungen müssten aktiv und vorausschauend gestaltet werden. Der finanzielle Mehrbedarf für die Erarbeitung und Implementierung einer nachhaltigen Strategie und deren praktische Umsetzung könnten zunächst nicht allein über den Markt finanzierbar sein, heißt es weiter. So gehöre zu den Aufgaben auch die Erarbeitung einer langfristigen Finanzierungsstrategie, um die Wertschöpfung in der Erzeugerkette zu stärken. Die Möglichkeiten einer Finanzierungs- und Förderkulisse sollen daher auch Thema der anstehenden Dialogrunden sein.

Zukunftsfähige Schweinehaltung

Fehlende Planungssicherheit und ungünstige Rahmenbedingungen würden nach Ansicht von NRW-Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann die notwendigen Investitionen für eine Fortentwicklung in der Schweinehaltung hemmen. Ziel sein müssten tierwohlgerechtere Ställe mit Außenklima, mehr Platz, mehr Licht und mehr Beschäftigungsmöglichkeiten. Umweltbeeinträchtigungen müssten dabei so gering wie möglich gehalten und Klimaschutz umfassend berücksichtigt werden, so Bottermann. Im Rahmen des Projekts „Stall der Zukunft" der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK) sollen neue Stallkonzepte möglichst praxisnah erprobt werden, zunächst für die Schweinehaltung. Die Landesregierung habe im Haushalt 2020 hierfür rund zwei Millionen Euro vorgesehen.

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