Legehennenhalter können wieder ihre Eier vermarkten. Grund für den bisherigen Lieferstopp war pestizidbelastetes Hühnerfutter aus der Ukraine. Es wurde als Mischfutter aus den Niederlanden an niedersächsische Betriebe verkauft. 18 Öko-Betriebe, die sich in den Landkreisen Emsland, Grafschaft Bentheim und Ammerland befinden, sind betroffen. Das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) gibt nun Entwarnung: Die Laborergebnisse zeigten keine Pestizid-Rückstände in den Eiern. Bisher wurden die Eier aus 15 der 18 Öko-Betriebe überprüft.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer reagiert kritisch: „Das bedeutet, dass die Rückstandsfreiheit bei Bio-Eiern weiterhin grundsätzlich gegeben ist. Gleichzeitig bin ich jedoch auch enttäuscht über die nicht zulässige Pflanzenschutzmittelbelastung in angeblichen Öko-Futtermitteln aus der Ukraine.“

Da in der ökologischen Landwirtschaft kein mit Pflanzenschutzmitteln belastetes Futter verwendet werden darf, können die betroffenen Betriebe ihre Eier nur als konventionell hergestellte Ware vermarkten. Frühestens nach rund sechs Wochen einwandfreier Ökofütterung dürfen sie wieder Öko-Eier verkaufen. Zeitgleich mussten die Betriebe ihre Abnehmer auffordern, die noch im Handel verfügbaren Eier nicht mehr als Bioware zu verkaufen.

Das belastete Futter enthielt Sonnenblumenpresskuchen, der als Bio-Produkt aus der Ukraine importiert wurde und anscheinend mit dem Beizmittel Thiamethoxam und dem Fungizid Metalaxyl kontaminiert war. Der Sonnenblumenkuchen wurde in mehreren Ländern weiterverarbeitet. (has)
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