Das neue Düngerecht muss die Ursache von Nitratüberschüssen bekämpfen, daran lassen Öko-Verbände keine Zweifel. Eine Überarbeitung des Entwurf haben sie bereits angeregt und sind über das Einlenken des Bundeslandwirtschaftsministers erfreut.

Die Neufassung der Düngeverordnung (DüV), wie sie Bund und Länder derzeit im Entwurf beraten, wurde mehrfach von Öko-Verbänden kritisiert. Sie bezweifeln, dass mit der Novellierung der DüV die Probleme in den Hot Spots der Nährstoff-Ungleichgewichte mit hohen Stickstoff- und Phosphor-Überschüssen gelöst werden können. „Diese Neuregelung führt genau zum Gegenteil: nämlich, dass kleine bäuerlich-ökologische Betriebe, die schon jetzt umweltfreundlich wirtschaften, aufgeben müssen“, kommentiert Jan Plagge, Präsident von Bioland.

„Konsequent ist die Verordnung nur, wenn nicht nur Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, sondern auch synthetische Stickstoffdünger in den Regelungen berücksichtigt werde“, so Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Im Dezember hatte der BÖLW bereits eine Stellungnahme zu dem Entwurf mit neun Änderungsvorschlägen veröffentlicht.

Unter anderem sollten Betriebe mit einer Viehdichte von über zwei Großvieheinheiten pro Hektar eine verpflichtende Hoftorbilanz vorweisen und eine Stickstoffüberschussabgabe leisten müssen, um die von ihnen verursachten Umweltkosten auszugleichen, schlägt Löwenstein vor.(az)
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