Das Bundesland will den Anteil ökologisch bewirtschafter Fläche auf 20 Prozent erhöhen. Dafür hat Umweltministerin Ulrike Höfken heute in Main einen Öko-Aktionsplan vorgestellt. Hühner im mobilen Stall oder behornte Rinder sind der Maßstab.

Ulrike Höfken (Die Grünen), Umweltministerin im Bundesland Rheinland-Pfalz, hat heute in Mainz einen Öko-Aktionsplan vorgestellt. Diesen hat das Ministerium nach eigenen Angaben mit Vertretern aus Landwirtschaft und Industrie sowie Verbänden und Vertretern aus Wissenschaft und Bildung erarbeitet. Ziel ist, den Ökolandbau auf 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche auszubauen. Eine Deadline hat sich das Ministerium dabei nicht gesetzt. Dafür aber 42 Maßnahmen in vier Handlungsfeldern, für die jährlich insgesamt 300.000 € investiert werden sollen, vorgesehen.

Zu den vier Handlungsfeldern zählen eine stärkere Berücksichtigung des Ökolandbaus in der landwirtschaftlichen Ausbildung, die Stärkung des Ökolandbaus und der ökologischen Tierhaltung durch das Versuchswesen, Beratung und Entwicklung von Produktionstechnik, der Ausbau von regionalen Wertschöpfungsketten sowie eine Honorierung der umweltbezogenen Leistungen. Für letzteres fließen weitere EU- und Landesmittel. Im vergangenen Jahr seien rund 15 Mio. € in den Ökolandbau geflossen.
Um beispielsweise den Tierschutz im ökologischen Landbau zu fördern, sind Versuche an der Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle geplant. Die Haltung behornter Rinder sowie mobile Hühnerställe sollen als tiergerechte Haltungsformen besondere Förderung erhalten. Außerdem plant die Landesregierung im Rahmen einer Ernährungsinitiative „Rheinland-Pfalz isst besser“ den Anteil an Bioprodukten in Kitas und Schulen auf 30 Prozent zu erhöhen. Wissenschaftlich Begleitung findet der Öko-Aktionsplan von der Technischen Hochschule Bingen und dem Forschungsinstitut für biologische Landwirtschaft (FiBL).

Ökoanteil wächst

Seit 2010 ist der Anteil der Ökofläche von 5 auf 10 Prozent angestiegen, teilt das Ministerium in diesem Zusammenhang mit. Derzeit findet Ökolandbau auf einer Fläche von 69.000 ha statt. Das entspreche einer Flächenzunahme von 83 Prozent in sieben Jahren, betont das Ministerium. Das entspricht Höfkens Wunsch, die wachsende Nachfrage nach Biolebensmitteln, verstärkt mit Produkten aus Rheinland-Pfalz zu decken. „Derzeit lassen wir in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Bingen die Wertschöpfungsketten in Rheinland-Pfalz für ausgewählte landwirtschaftliche Produkte ermitteln, etwa von Rindfleisch, Getreide, Gemüse, Eiern und Geflügel.“ Aus den Ergebnissen werden weitere Maßnahmen für den Öko-Aktionsplan abgeleitet.

In Rheinland-Pfalz liegt der Schwerpunkt des Ökolandbaus bei Grünlandbewirtschaftung, Acker- und Weinbau. Der jährliche Flächenzuwachs beträgt etwa 6.000 ha. Im Bundesland gibt es rund 1.500 Biobetriebe. Das entspricht etwa 9 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt.

Auch die Bundesregierung verfolgt das 20-Prozent-Ziel im Rahmen der „Zukunftsinitiative Ökologische Landwirtschaft“. Es soll bis 2030 erreicht sein.

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