Österreich

Kampfansage an Oettingers Kürzungspläne

EU-Kommissar Günther Öttinger stimmt die Mitgliedsländer auf Kürzungen im EU-Haushalt ein. Österreichs Landwirtschaftsministerin Köstinger kämpft für die kleinstrukturierte Landwirtschaft.

Anfang der Woche stattete der EU-Haushaltskommissar Günther Öttinger Wien einen Besuch ab. In Gesprächen mit Regierungsmitgliedern wurden unter anderem auch die Kürzungen in den Bereichen Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung thematisiert, berichtet der Nachrichtendienst aiz.info. Wegen des Brexits würden der Union mehrere Milliarden Euro für den nächsten Finanzrahmen fehlen. Oettinger bekräftigte daher seine Forderung nach einer Kürzung der Finanzmittel für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung um 10 Prozent.

Österreichs Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger trat dem entschieden entgegen. Österreich sei seit vielen Jahren stabiler und vertrauensvoller Nettozahler in der Union. "Wir werden keine Kürzungen in der heimischen Landwirtschaft und den Regionalfonds hinnehmen", so die ÖVP-Politikerin. Man wolle in Österreich auch das Agrarmodell verändern. "Weg von der Massenproduktion, hin zu mehr Qualität. Diese Qualität muss nicht nur den Konsumenten, sondern auch der EU etwas wert sein, dafür sehe ich mich als Vorkämpferin", so Köstinger.

Köstinger sieht zahlreiche Überschneidungspunkte des österreichischen mit dem deutschen Regierungsprogramm: "Ähnlich wie in Österreich wird auch in Deutschland das Programm der Ländlichen Entwicklung zu den Agenden der Landwirtschaft kommen. Deutschland setzt somit auf den 25-jährigen österreichischen Erfolgsweg für den ländlichen Raum sowie die kleinstrukturierte und umweltgerechte Landwirtschaft. Auch im Bereich des Bio-Landbaus sind wir bereits Vorbild für Deutschland. Die geplante Steigerung in Deutschland auf 20 Prozent der Anbaufläche sehe ich sehr positiv. Damit werden wir einen wichtigen Partner bei den GAP-Verhandlungen dazu bekommen."  

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