Österreich

Köstinger will das Verbot von Neonicotinoiden

Neonicotinoide sind für Raps verboten. Auch Österreich diskutiert über weitere Einschränkungen.
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Neonicotinoide sind für Raps verboten. Auch Österreich diskutiert über weitere Einschränkungen.

Auch in Österreich wird angeregt über Neonicotinoide und ihre Rolle im Bienensterben diskutiert. Bundesministerin Elisabeth Köstinger kündigt an, auf EU-Ebene für ein Verbot stimmen zu wollen.

Köstinger begründet ihre Entscheidung mit Hinblick auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Grundsätzlich müsse man alles für den Schutz der Biene und ihrer Lebensräume tun. Das ginge nicht ohne ein gemeinsames Handeln der EU-Mitgliedsstaaten. In Österreich sind Neonicotinoide bereits als Saatgut-, Boden und Blattbehandlung für alle bienenrelevante Pflanzen verboten, meldet das Informationsportal aiz.info. Die österreichische Ministerin will das Verbot auch auf nicht-bienenrelevante Pflanzen ausdehnen. Damit folgt sie der Empfehlung der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA. Konkret geht es um die drei Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam, über die am 27.  April im EU-Parlament abgestimmt wird.

In Österreich wurde in den letzten Jahren eine Studie mit dem Namen „Projekt Biene“ geführt. Die Schädlichkeit der drei genannten Neonicotinoide auf Bienen wird darin nachgewiesen, so die aiz.info. Neben Pflanzenschutzmitteln werden aber noch andere Faktoren ausgemacht, die die Bienenpopulation dezimieren. Die sinkende Anzahl der Imker und die Varroamilbe lässt die Völker verschwinden. Das „Projekt Biene“ sucht dabei nicht nur nach Ursachen, sondern auch nach Lösungen.
Das Verbot von Neonicotinoiden verängstigt aber vor allem die österreichischen Zuckerrübenbauern. Für die gebe es kurzfristig keine Alternativ für den Wirkstoff. Ein Verbot wäre für sie fatal. Köstinger sprach unter anderem davon, den Import von Rohrzucker und Zuckerrüben aus Drittstaaten in die EU zu limitieren. Besonders kritisch ist in diesem Zusammenhang das Mercosur-Abkommen. Der österreichische Industrieverband Industriegruppe Pflanzenschutz (IGP) warnte mit dramatischen Worten vor einem Totalverbot. Das würde die Abhängigkeit von Importen bei Mais, Raps und Kartoffeln steigern und wäre fatal für die Zuckerrübentechnologie. Die Rentabilität würde einbrechen, der zeitliche und finanzielle Aufwand steigen, während die Wirtschaftlichkeit sinkt.
Auch die deutsche Bundesregierung hat angekündigt, für ein EU-weites Verbot von Neonicotinoiden im Freiland zu stimmen. Landwirtschaftsministerin Klöckner kündigte das in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung an.


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  1. HJ. Gebhard
    Erstellt 18. April 2018 17:49 | Permanent-Link

    Zitat: Köstinger begründet ihre Entscheidung mit Hinblick auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse.
    Eben die gibt es im Hinblick auf mit Neonics pilliertes Zuckerrübensaatgut nicht!! Weder bei der Kultur Zuckerrübe selber (weil sie nämlich nicht blüht und damit für Bienen uninteressant ist) noch bei den Folgekulturen (die meist Selbstbestäuber sind) wurde bis dato Bienengefährlichkeit festgestellt. Diese wie viele andere aktuelle politische Entscheidungen zu Lasten der Landwirtschaft sind reine Populismus-Entscheidungen, weil die Herrschaften Angst vor den Medien, den Grünen Parteien und den sogenannten NGOs haben. Da kann man die Jugend verstehen, die keine Lust mehr auf Landwirtschaft hat.

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