Pablo Steinberg

Forschen fürs gesunde Essen


Pablo Steinberg leitet das Max-Rubner-Institut mit mehreren Standorten.
Bild: MRI
Pablo Steinberg leitet das Max-Rubner-Institut mit mehreren Standorten.

Wenn es Pablo Steinberg von der Tierärztlichen Hochschule in Hannover in die Fächerstadt Karlsruhe zieht, dann muss eine große Herausforderung dahinterstecken. Nach einem Jahr als Präsident des Max-Rubner-Instituts (MRI), am Hauptsitz in der Residenzstadt, ist der Professor im Badischen angekommen und sieht sich in seinem Amt gefordert.

 

An seinem Schreibtisch in Karlsruhe mit Blick auf das Backsteingebäude einer ehemaligen Brauerei koordiniert der frühere Direktor des Instituts für Lebenmitteltoxikologie in Hannover nun das Bundesforschungsinstitut für Ernährung, wie das MRI im Nachsatz genannt wird. 200 Wissenschaftler beraten in allen Fragen rund um die Ernährung das Bundesagrarministerium (BMEL) in Berlin. Insgesamt tragen beim MRI 670 Mitarbeiter an vier Standorten in Deutschland mit insgesamt acht Instituten alles zum gesundheitlichen Verbraucherschutz in der Ernährung zusammen.

Die Aufgabengebiete sind genau aufgeteilt: Am Hauptsitz Karlsruhe beschäftigen sich jeweils zwei Institute um Ernahrung und Lebensmittel, der Institut in Kiel um Milch, Fisch und Mikrobiologie und in Kulmbach um Fleisch. Einer in der Landwirtschaft gut bekannte Ableger ist das Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide am MRI in Detmold. Wer sich wie Steinberg seit 15 Jahren in der Deutschen Forschungsgemeinschaft intensiv in der Kommission zur gesundheitlichen Bewertung von Lebensmitteln engagiert und dessen Vorsitz inne hatte, weiß um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung von Lebensmitteln.

Ihm obliegt das Kunststück, wissenschaftliche Forschung in eine verständliche Politikaufklärung umzusetzen. Die Grundlagen dafür bringt Steinberg mit. Er habilitierte in Biochemie an der Universität Buenos Aires, 1998 wurde er Inhaber des Lehrstuhls für Ernährungstoxikologie an der Universität Potsdam. 2008 schloss sich die Professur für Lebensmitteltoxikologie und Ersatzmethoden zum Tierversuch an der TH Hannover an. Als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats war der Fußballfanatiker schon seit vielen Jahren mit dem MRI verbunden und weiß um die Bedeutung des Namensgebers Max Rubner. Handelt es sich doch um keinen Geringeren als den Nachfolger von Robert Koch.

„200 Forscher beraten das Bundesagrarministerium.“


Rubner übernahm 1891 die Leitung des Lehrstuhls für Hygiene an der Berliner Charité. So legte der Mediziner Rubner mit seinen Forschungen zum Energiegehalt von Lebensmitteln die Grundlage für die Kalorientabellen, die heute im Leben von ernährungsbewussten Menschen fester Bestandteil sind. Dass Rubner den Begriff Ballaststoffe prägte, wissen nur die wenigsten, obwohl dieser im ausgewogenen Speiseplan nicht mehr wegzudenken ist. Steinberg hingegen liegt genau im Trend von überhöhtem Fleischkonsum und Barbecue-Fieber, das in Deutschlands Gärten grassiert. So hat sich der 59-jährige intensiv mit der Risikobewertung von Lebensmittelkontaminanten, die beim Erhitzen von rotem Fleisch entstehen, auseinandergesetzt. In europäischen Projekten beantwortet er Sicherheitsfragen zu gentechnisch veränderten Pflanzen. Angesichts der steigenden Krankheiten durch falsche Ernährung sind die Ziele hoch gesteckt. Dabei kommt das Feiern nicht zu kurz. Das MRI feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen an allen Standorten. Das Jubiläum ist Ansporn, immer besser zu werden und eine verständliche Politikberatung anzubieten.

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