Palmöl

Malaysia sucht neue Absatzmärkte

Ab 2021 soll Palmöl in Europa aus Biokraftstoffen verbannt werden. Malaysia sucht andere Abnehmer und trifft dabei auf neue Konkurrenten die ungewöhnliche Projekte planen.

In Europa ist das Image von Palmöl schlecht. Der Vorwurf lautet, dass für die Produktion in Südostasien Regenwaldgebiete gerodet und dabei der Lebensraum von seltenen Tierarten wie dem Orang Utan vernichtet werden. Das EU-Parlament fordert, die Palmölnutzung für Biokraftstoffe bis 2020 zu beenden. In Indonesien und Malaysia kämpften die Regierungen darum, dass der Zugang zum Europäischen Markt nicht eingeschränkt wird. Gleichzeitig beginnt man damit, andere Absatzmärkte zu erschließen.

Die malayische Industrieministern Ministerin Teresa Kok hofft den Absatz in Ländern wie den Philippinen, dem Iran und der Türkei sowie in Westafrika steigern zu können. „Der Malaysian Palm Oil Council (MPOC) wurde beauftragt, Verbindungen zu diesen Ländern zu knüpfen, um den Export von malaysischem Palmöl zu fördern", sagte sie in der vergangenen Woche. Die großen südostasiatischen Produzenten Indonesien und Malaysia müssen sich neben dem drohenden Absatzeinbruch in der EU auch mit einer wachsenden internationalen Konkurrenz auseinandersetzten und haben Mühe ihren Anteil an der Weltproduktion von rund 84 Prozent zu halten.


So steigerte Kolumbien in den vergangenen Jahren seien Produktion von 1,1 auf 1,5 Mio. t. Mit dem Ende des Bürgerkrieges besteht die Hoffnung, den Anbau in Regionen auszudehnen, in die nun wieder Frieden eingekehrt ist. Kolumbien will damit seine Position als der mit Abstand größte südamerikanische Palmölproduzent ausbauen.

Häftlinge bauen Plantagen in Tansania

Im ostafrikanischen Tansania gibt es Pläne, die Palmölproduktion zu steigern, indem Häftlingen bei der Pflanzung der Plantagen und der anschließenden Produktion eingesetzt werden. Die Tansania Agricultural Development Bank (TADB) und der Gefängnisbehörde des Landes präsentierten in der vergangenen Woche das Projekt für Palmölplantagen in der Region Kigoma. In der Nähe des Tanganjikasees soll auch eine Raffinerie gebaut werden. Die Bank werde die Investition finanzieren. Sie soll dabei helfen, die Ernährungssicherheit zu verbessern, Arbeitsplätze zu schaffen und die Einnahmen des Staates zu steigern.

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