Personalengpässe

AgroBrain vermittelt Erntehelfer


imago images / Agentur 54 Grad

Die Landwirtschaft steht vor ihrer größten Herausforderung der vergangenen Jahre. Weil die bisherigen Erntehelfer wohl nicht zu ihren Arbeitgebern kommen können, suchen die Landwirte verzweifelt Ersatz. Bundesweite Aktion

Wer dieser Tage mit Landwirten in ganz Deutschland spricht, hört nur von einem Thema: Erntehelfer. Was bis vor drei Wochen noch Normalität ausstrahlte, hat aufgrund der aktuellen Reisebestimmungen innerhalb der EU eine ganz andere Richtung angenommen. Überall fehlen die so wichtigen Erntehelfer, um die Ernte einzufahren. Dies führt zu hohen Verlusten.

„Gerade beim Spargel spüren wir bereits den Druck", sagt ein sichtlich betroffener Landwirt, der anonym bleiben möchte. Er hat bereits mit der Gastronomie und Hotellerie Kontakt aufgenommen, um die von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) geäußerte Idee einer Zusammenarbeit mit dieser Branche aufzugreifen. Die Begeisterung dafür hält sich aber auf beiden Seiten in Grenzen. Während der Landwirt ungelernte Kräfte ausbilden müsste, ist auf der anderen Seite die Motivation für den Knochenjob begrenzt. Dennoch muss eine Lösung her, um nicht die halbe Ernte zu vernichten und damit Zigtausende von Euro und die Lebensgrundlage zu verlieren.

Wie viele Mitarbeiter fehlen?

Bisher wurden rund 286.000 Mitarbeiter in der deutschen Landwirtschaft eingesetzt. Diese kamen vor allem aus Polen und Rumänien. Und dass in dieser großen Anzahl nun Erntehelfer nach Deutschland kommen, ist in der derzeitigen Situation völlig utopisch. Klöckner schlug zuletzt vor, diese mit Chartermaschinen der Lufthansa einzufliegen. Das wären dann circa 1500 Sondermaschinen aus Osteuropa. Nach derzeitiger Abstandsregel von 2 m zu Nebenmann oder -frau absolut undenkbar. Hier müssen also neue und vor allem pragmatische Lösungen gefunden werden.

Hilfe für beide Seiten

„Die Herausforderung können wir nur gemeinsam stemmen“, ist sich Stefan Krämer, Geschäftsführer bei AgroBrain, sicher. Hier helfen neue Ansätze und Ideen ganz sicher weiter. „Wir müssen Branchen mit Überkapazitäten an Personal mit der Landwirtschaft zusammenbringen.“ Diese Funktion übernimmt jetzt das Karriereportal AgroBrain.de. Suchende Betriebe können sich ganz einfach registrieren und ihre Stellenangebote hochladen, somit sehr schnell und einfach ihren individuellen Bedarf einstellen. So finden Bewerber aus anderen Sparten den Weg über AgroBrain.de in die Landwirtschaft.Mit der Aktion „Du für Deutschland“ sollen nun gezielt Studenten und Saisonarbeitskräfte angesprochen werden, die derzeit vor der Frage stehen, wie die kommende Miete zu bezahlen ist.

Unterstützt wird die Aktion vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV), um die Bevölkerung über die akute Situation der Landwirte und Mitgliedsgenossenschaften zu Informieren. „Viele unserer Mitgliedsunternehmen suchen händeringend Saisonarbeitskräfte. Die Natur lässt sich nicht verschieben, die Arbeit muss jetzt erledigt werden, damit die Versorgung der Menschen in Deutschland mit frischen und schmackhaften Lebensmitteln gesichert bleibt. Professionell gestaltete, webbasierte Plattformen wie zum Beispiel AgroBrain.de sind wichtige Beiträge, um Angebot und Nachfrage auf dem engen Markt der Saisonarbeitskräfte zusammenzubringen“, sagte DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers. In schwierigen Zeiten sei es nötig, auch neue Lösungswege zu gehen, um existenzbedrohende Engpässe zu verhindern.

Darüber hinaus entsteht durch das gezielte Vernetzen mit den Fachmedien der dfv Mediengruppe, zu der auch die agrarzeitung (az) gehört, ein neues, innovatives Netzwerk. Hier registrieren sich derzeit motivierte Helfer aus verschiedenen Regionen und Branchen, um zum einen aus ideologischen, zum anderen auch aus finanziellen Gründen einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und die eigene Familie zu leisten.

AgroBrain sieht die Situation jedenfalls sehr positiv. Hier wurden neue Mitarbeiter eingestellt, die nun aus dem Home-Office heraus arbeiten, um dann im Supermarkt an der Gemüsetheke das Ergebnis ihrer Arbeit zu sehen.

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