Pestizid-Sonderausschuss

Efsa weist Vorwürfe zurück


Die Gutachten der Europäischen Lebensmittelbehörde sind unabhängig. Dies betont Efsa-Direktor Berhard Url und weist die Kritik von Glyphosatgegnern zurück. Monsantoeigene Studien haben nach seiner Auskunft das Urteil der Efsa nicht beeinflusst.

Die EU-Behörde, die in der EU für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständig sind, stellte sich den Fragen der Europaabgeordneten im Sonderausschuss für Pflanzenschutzmittel. Die Hersteller müssten sich für die Prüfung der Wirkstoffe an zertifizierte Laboratorien wenden, erklärt Efsa-Direktor Berhard Url von der Efsa. Sie hätten gar keine andere Wahl. Die Zulassung sei ein sehr solides Verfahren, das ausreichende Unabhängigkeit von der Industrie aufweise, rechtfertigte sich der Efsa-Direktor gegen Vorwürfe der Abgeordneten.

Biologische Plausibilität entscheidet

Auch sei die Behauptung der Glyphosatgegner falsch, Langzeitstudien seien bei der Prüfung nicht beachtet worden. Die Studien seien aber nicht immer eindeutig, gab Url zu. Manche würden statistisch auf bestimmte Risiken hinweisen, machten aber bei genauerem Hinsehen bei der biologischen Plausibilität keinen Sinn. Im Fall von Glyphosat habe sich die Efsa an die ganz große Mehrheit von Wissenschaftlern gehalten, die sich gegen die Statistik, aber für die biologische Plausibilität entschieden habe.

Portier fordert totale Transparenz

Christopher J. Portier reicht das nicht. Der US-amerikanische Gutachter und Glyphosatgegner forderte im EP-Ausschuss, wenn die Studien in unterschiedliche Richtung gingen, müsse ein unabhängiger Ausschuss außerhalb der Behörden über den Fall entscheiden. Außerdem möchte Portier, dass sämtliche Daten im Zulassungsverfahren veröffentlicht werden.
Url lehnt dass nicht grundsätzlich ab. Allerdings sei die Efsa an die Gesetze gebunden und die besagten, dass lediglich Zusammenfassungen der Studien veröffentlicht werden dürften. Es müsse eine Abwägung zwischen dem Schutz des geistigen Eigentums der Hersteller geben und den Interessen der Öffentlichkeit. Die Studien kosteten zudem die Hersteller viel Geld und könnten schon deshalb der Konkurrenz nicht ohne weiteres frei zur Verfügung gestellt werden, gab der Efsa-Direktor zu bedenken. Das Europaparlament und die EU-Kommission fordern mehr Transparenz im Zulassungsverfahren.

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  1. Michael Reininger
    Erstellt 8. Juni 2018 17:45 | Permanent-Link

    Über den "Gutachter" Portier (agrarzeitung vom 7. November 2017):
    ... Mittlerweile ist aber Portier selbst unter den Verdacht geraten, nicht unabhängig zu sein. Er war 2014 beim IARC an verantwortlicher Stelle für die Glyphosat-Bewertung zuständig. Gleichzeitig soll er als Berater für zwei Rechtsanwaltskanzleien Material gegen die Firma Monsanto gesammelt und dafür ein Honorar von mindestens 160.000 US-$ erhalten haben.

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