Pflanzenschutz

Beizen mit Neonics in Kanada noch erlaubt


Beizmittel mit Neonicotinoiden bleiben kanadischen Rapsanbauern vorerst erhalten. Die endgültige Entscheidung hängt jedoch an der Prüfung auf Schäden an Wasserinsekten.

Das kanadische Gesundheitsministerium Health Canada hat seine Neubewertung der Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam in Bezug auf ihre potenziellen Auswirkungen auf Bienen und andere Bestäuber abgeschlossen. Das Ministerium berichtet, dass die Zulassungen für die drei Neonicotinoide je nach Anwendung als Beizmittel oder als Blattspritzung in den jeweiligen Kulturen angepasst werden. Es kommt in Einzelfällen zu Verboten, meist aber zu Anwendungsbeschränkungen oder Kennzeichnungspflichten, die alle mit den jeweiligen gesetzlich vorgeschriebenen Übergangsfristen in den kommenden zwei bis drei Jahren umgesetzt werden.

Beizanwendungen mit Risikominimierung erlaubt

Im kanadischen Ackerbau relevant sind Beizmittel-Anwendungen der Wirkstoffe Clothianidin und Thiamethoxam in Raps sowie von Imidacloprid in Weizen. Diese Indikationen erlaubt die bei Health Canada angesiedelte Zulassungsbehörde weiterhin, wenn Risikominderungsstrategien ergriffen werden, um Bienen und andere Bestäuber zu schützen. Dazu gehört vor allem die Minimierung der Staubentwicklung bei der Aussaat von gebeiztem Saatgut.

Wenn Neonicotinoide Wasserinsekten schädigen, fehlt den Vögeln die Nahrung, argumentiert das kanadische Gesundheitsministerium.
Peashooter/Pixelio.de
Wenn Neonicotinoide Wasserinsekten schädigen, fehlt den Vögeln die Nahrung, argumentiert das kanadische Gesundheitsministerium.
Die langfristige Zulassung der drei Neonicotinoide, die in der EU für Freilandanwendungen verboten sind, ist jedoch auch in Kanada nicht sicher. Bewertet werden müssen noch die möglichen Schäden für Wasserinsekten, die wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für Fische oder Vögel darstellen. Die Prüfung will Health Canada bis Ende 2019 abschließen. Das Ministerium hat sich aber bisher schon eindeutig positioniert. Für Imidacloprid hatte Health Canada das Ende der Zulassung bereits Ende 2016 empfohlen. Im August 2018 folgte dann die Empfehlung, auch die Zulassungen der Wirkstoffe Clothianidin und Thiamethoxam für alle Anwendungen im Freiland einschließlich der Beizungen in den kommenden drei bis fünf Jahren auslaufen zu lassen. Allerdings muss das Ministerium solche Empfehlungen ausreichend wissenschaftlich begründen, damit sie auch in Verbote münden können.

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