Pflanzenschutz

Bioland will Totalherbizide verbieten


Mit Rückenwind startet Bioland in das neue Jahr. Von Union und SPD fordert der Verband eine Neuausrichtung der Agrarpolitik.

Auch wenn die Zahl der neuen Mitglieder 2017 leicht zurückgegangen ist, kann der Anbauverband Bioland die Fläche erneut um 13 Prozent ausweiten. Das Rekordergebnis aus dem Vorjahr wurde damit knapp übertroffen. Die nach Bioland-Vorgaben bewirtschaftete Fläche wuchs im vergangenen Jahr um 13 Prozent (VJ.: 12,6 Prozent) auf 388.000 ha. 444 neue Betriebe haben sich entschieden, der Organisation beizutreten. Im Jahr 2016 waren bei Bioland fast 700 Neumitglieder gezählt worden. Bioland startete mit 7.305 Mitgliedern und einer Gesamtfläche von 387.980 Hektar ins neue Jahr.

Langfristige Perspektive für konventionelle Landwirte

Biolandbau sei keine Nischenlösung für wenige, sondern ein Umbaumodell für die Landwirtschaft in Deutschland, kommentiert der Bioland-Präsident Jan Plagge die Statistik. Bioland stehe daher vor der Aufgabe, diese Dynamik in den nächsten Jahren zu verstärken und weiteren konventionell wirtschaftenden Landwirten eine langfristige Perspektive durch Umstellung zu bieten. „Deutschland braucht dafür eine neue kluge Agrarpolitik“, forderte Plagge.

Wirkungsvolles „Pestizidreduktionsprogramm“ notwendig

Von CDU, CSU und SPD fordert der Verband die Neuausrichtung der Agrarpolitik im Koalitionsvertrag zu verankern. Notwendig sei „ein wirkungsvolles Pestizid-Reduktionsprogramm“. Der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz ist nach Plagges Ansicht gescheitert. Bioland fordert ein Verbot aller Totalherbizide und nicht nur den von Glyphosat. Zum Schutz von Bienen und der Insektenfauna müssten auch alle Neonicotinoide „umgehend“ verboten werden. Gesetzliche Vorgaben und die Förderpolitik sollen so ausgerichtet werden, „dass Landwirtschaft in der Breite auch ohne chemischen Pflanzenschutz funktioniert“. Schlüssel zum Erfolg auf dem Acker seien eine vielfältige Fruchtfolge sowie innovative mechanische Verfahren zur Unkrautbekämpfung. Außerdem fordert Bioland eine Abgabe auf Pflanzenschutzmittel.

Verpflichtende Kennzeichnung zur Tierhaltung

In der Tierhaltung plädiert Bioland eine verpflichtende staatliche Tierhaltungskennzeichnung nach Vorbild der Eierkennzeichnung. Eine Neuausrichtung fordert Plagge in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Die aktuelle Reform biete „die große Chance, die bestehende falsche Lenkungswirkung zu korrigieren“. Mehr Geld fordert der Verband für die Agrarforschung. Derzeit würden nur 1,5 Prozent der Agrar-Forschungsmittel für den Biobereich verwendet, notwendig wären nach Plagges Meinung 20 Prozent.

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