Pflanzenschutz

BVL geht Verfrachtungen nach

Pflanzenschutzmittel, die sich schnell verflüchtigen, bereiten Ärger, wenn sie Rückstände auf benachbarten Kulturen hinterlassen. Das ist besonders fatal, wenn sie dort nicht zugelassen sind oder wenn es sich um Ökoflächen handelt.

 

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) will jetzt bessere Daten über den Umfang von Verfrachtungen von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen sammeln. Wiederholt werden Rückstandsfunde auf Flächen gemeldet, auf denen die Kulturen nicht behandelt worden sein sollen. Das ist besonders dann fatal, wenn die Rückstände dazu führen, dass sich Ernteprodukte nicht mehr vermarkten lassen. Häufig besteht auch die Situation, dass eine Verfrachtung möglicherweise über größere Entfernungen stattgefunden hat und sich kein Verursacher feststellen lässt.

 

Um besser einschätzen zu können, ob es sich hierbei um Einzelfälle handelt, stellt das BVL ein Meldeblatt zur Verfügung. Damit können Rückstandsfunde zentral nach einheitlichen Kriterien gemeldet werden, wenn der Verdacht besteht, dass keine direkte Behandlung, sondern der Transport über den Luftweg aus behandelten Flächen den Eintrag verursacht hat. Dabei kann es sich entweder um Abdrift beim Spritzvorgang oder um Verflüchtigung handeln, erklärt das BVL die Zusammenhänge.

  • Abdrift ist in der Regel eine Folge von unsachgemäßer Spritztechnik oder ungünstigen Witterungsbedingungen zum Zeitpunkt der Pflanzenschutzmaßnahme.
  • Das Ausmaß der Verflüchtigung hängt im Wesentlichen von den Eigenschaften des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs und der Formulierung ab. Die Witterung kann verstärken 

Das BVL bittet darum, nur solche Fälle zu melden, bei denen eine Verfrachtung trotz sachgerechter Anwendung vermutet wird. Das Meldeblatt kann auch verwendet werden, wenn keine Wirkstoff-Rückstände gefunden wurden, sondern lediglich Veränderungen an Pflanzen aufgetreten sind, wie etwa vermehrte Aufhellungen.

Auflagen für Herbizide
Das BVL hatte bereits im März 2016  für alle Herbizide mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Prosulfocarb neue Anwendungsbestimmungen festgesetzt, um die Verflüchtigung und Abdrift zu vermindern. Die Vorschriften betreffen den Wasseraufwand, die Fahrgeschwindigkeit, die Windgeschwindigkeit sowie die Spritztechnik. Erhebliche Auflagen gelten seit 2013 für Rapsherbizide, die Clomazone enthalten.

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