Pflanzenschutz

Das Aus für wichtige Wirkstoffe steht bevor


Für Spritzmittel und Beizen mit drei Wirkstoffen laufen bald die Zulassungen aus. Noch stehen die Fristen nicht fest, aber Landwirte und Händler müssen in den kommenden Wochen aufmerksam die Entscheidungen verfolgen.

Die EU-Kommission hat kürzlich entschieden, die Genehmigungen für die Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Pymetrozin, Thiram und Deiquat nicht zu erneuern. Sie hat gleichzeitig drei Fristen festgelegt, zu denen jeweils die Genehmigungen spätestens enden. Für die in Deutschland zugelassenen Produkte, die einen der drei Wirkstoffe enthalten, bedeutet dies dann einen Widerruf bestehender Zulassungen:

  • Wirkstoff Thiram, Ende der Zulassung spätestens 30. Januar 2019, betroffene Produkte: FLOWSAN FS, Thiram SC 700, Aatiram 65, TMTD 98%
  • Wirkstoff Pymetrozin, Ende der Zulassung spätestens 30. April 2019, betroffene Produkte: Plenum 50 WG, TAFARI
  • Wirkstoff Deiquat, Ende der Zulassung spätestens 4. Mai 2019, betroffene Produkte: Mission, Diquanet, DIQUA, DIQUAD, Life Scientific Diquat, Reglone, Reglor, Dessix, Bleran, REGLEX, Mission 200 SL, Profi Deiquat Super

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist darauf hin, dass der Termin für den Widerruf noch nicht feststeht, weil die Zulassungsinhaber selbst einen Antrag auf Widerruf stellen können. Dann nämlich, so das BVL, gelten für den Handel und die Landwirte Abverkaufs- und Aufbrauchfristen. Sollten die Zulassungsinhaber nicht aktiv werden, wird das BVL die Zulassung widerrufen. Ab dem festgelegten Zeitpunkt darf dann, so das Amt weiter, das Pflanzenschutzmittel weder in Verkehr gebracht noch angewendet werden. Denn in einem solchen Fall sieht das Pflanzenschutzgesetz keine Abverkaufs- und Aufbrauchfristen vor. Das BVL kündigt an, alle Informationen umgehend zu veröffentlichen, sobald Entscheidungen getroffen sind.

Sonderregelung für Saatgut

Darüber hinaus weist das BVL auf eine Sonderregelung für die Beizmittel mit dem Wirkstoff Thiram hin. Saatgut, das damit behandelt wurde, darf EU-weit ab dem 31. Januar 2020 nicht mehr verwendet oder in Verkehr gebracht werden. Für solches Saatgut gelten deshalb keine gesonderten Abverkaufs- und Aufbrauchfristen in Deutschland, so das BVL.

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