Pflanzenschutz

EP will Zulassung unter die Lupe nehmen

Ein Sonderausschuss soll sich im Europaparlament um das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel kümmern. Das Plenum des EP stimmt in Straßburg der Einrichtung eines Ausschusses zu.

Glyphosat hat ein Nachspiel im Europaparlament. Einige Abgeordnete bezweifeln, ob bei der Wiederzulassung für den Wirkstoff alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Besonders Grüne und einige Sozialdemokraten kritisieren eine mögliche Einflussnahme des Herstellers Monsanto auf das Verfahren. Jetzt soll geprüft werden, ob die Bewertung unabhängig, transparent und objektiv war. Außerdem mahnt das EP das Vorsorgeprinzip an, das in der Zulassungsverordnung vorgeschrieben wird. Der Sonderausschuss soll jetzt 9 Monate tagen. Bei der Anhörung von vertraulichen Zeugenaussagen wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Monsanto hat sich bei den Abgeordneten unbeliebt gemacht, nachdem das Unternehmen eine Anhörung während der Glyphosatverhandlungen ausschlug. Am Ende soll der Sonderausschuss einen Bericht verfassen und seine Empfehlungen für zukünftige Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln abgeben.

Auf positive Reaktionen stieß die Einrichtung des Ausschusses bei den Grünen im Bundestag. "Der neue Glyphosat-Sonderausschuss wird ab März hoffentlich endlich mehr Licht in die Ungereimtheiten des Zulassungsverfahrens bringen", kommentierte am Dienstagnachmittag Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik. "Vermeintlich unabhängige, aber in Wirklichkeit von Monsanto per Ghostwriting selbst geschriebene Studien, durch die Behörden blind übernommene Abwertung kritischer Ergebnisse und vorsätzliches Übersehen unliebsamer Befunde müssen endlich gründlich aufgeklärt werden", fügte der Grünen-Politiker hinzu.
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