Pflanzenschutz

Grüne: Handel überholt bei Glyphosat die Politik

Wenn Politik nicht handelt, handelt der Handel", erklärt Harald Ebner und sieht sich mit dem Glyphosat-Bann der Baumärkte bestätigt. Hobbygärtner kommen aber weiterhin an glyphosathaltige Mittel - und das sogar ohne vorgeschriebene Beratung.

Als eine gute Nachricht" bezeichnet der Grünen-Politiker Harald Ebner das Verbannen von Glyphosat-Produkten aus Baumärkten. Der Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomie bezieht sich auf eine Aussage von Peter Wüst, Geschäftsführer beim Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten. Es gibt in Baumärkten keine Glyphosat-Produkte mehr“, erklärte Wüst in der Wirtschafts Woche. Damit wollten die Händler den Wünschen der Verbraucher für mehr Umweltschutz entgegenkommen. In den vergangenen Jahren hätten einzelne  Baumarkthändler unternehmensindividuell entschieden, auf entsprechende Angebote zu verzichten, auch entgegen anderslautender Ratschläge. „Die Industrie hat die zunehmenden Bedenken der Verbraucher nicht ernst genommen. Die haben uns erzählt, wir sollten einfach weitermachen mit dem Glyphosat-Verkauf“, kritisiert Verbands-Geschäftsführer Wüst.

Weniger als 1 Prozent im Hobby-Bereich

Laut den heute vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichten Zahlen wurden im Jahr 2017 etwa 0,8 Prozent aller Organophosphorherbizide, zu dieser chemischen Gruppe gehört auch der Wirkstoff Glyphosat, an nicht-berufliche Verwender wie Hobby-Gärtner verkauft. Das entspricht in etwa 39 t. Berufliche Anwender, also unter anderem Landwirte, bezogen im vergangenen Jahr rund 4.655 t an Organophosphorherbiziden.

Für Ebner ist es allerdings ein Armutszeugnis für die Politik", dass nicht längst dem Glyphosat die Lizenz für Hobbygärtner entzogen worden ist. Er bezeichnet es als schlicht fahrlässig", Stoffe wie Glyphosat ohne Sachkundenachweis an Laien zu verkaufen. Ein weiteres Problem stelle darüber hinaus der Online-Handel dar. Dort sei Glyphosat nach wie vor viel zu leicht erhältlich, oft sogar ohne die vorgeschriebene Beratung.

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