Pflanzenschutz

Notfallzulassung für Kupfer in Rüben


Zuckerrüben können in Ausnahmefällen mit Kupfer behandelt werden.
Bild: Baumeister
Zuckerrüben können in Ausnahmefällen mit Kupfer behandelt werden.

In Rübenanbaugebieten mit nachgewiesenen Resistenzen gegen Cercospora dürfen in begrenztem Umfang Kupfermittel ausgebracht werden. Ein Warndienstaufruf ist erforderlich.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für das Kupfermittel Funguran Progress eine Notfallzulassung erteilt. Das Mittel darf seit dieser Woche in Zuckerrüben verwendet werden, sofern die bislang verwendeten Fungizide nachweislich Resistenzen gegenüber Cercospora aufweisen und Infektionsgefahr besteht.

In Niederbayern ist der Warndienstaufruf bereits erfolgt. In weiten Teilen Bayerns wirken nach Auskunft der Offizialberatung Strobilurine gar nicht mehr gegen Cercospora. Bei Azolen lässt die Wirksamkeit nach. Deswegen wird im Einzugsgebiet der Zuckerfabrik Plattling empfohlen, bei Infektionsgefahr Funguran in zwei Behandlungen mit jeweils 1,25 kg/ha anzuwenden.

Das BVL hat bundesweit die Notfallzulassung auf eine Funguran-Menge von 80.000 kg begrenzt. Zugelassen sind maximal zwei Behandlungen mit jeweils 2,5 kg/ha – insgesamt also 5 kg/ha. Werden diese Aufwandmengen vollkommen ausgeschöpft, würde das Kupfermittel für eine Rübenfläche von 16.000 ha reichen. Bei halber Aufwandmenge – wie in Niederbayern empfohlen – könnten rein rechnerisch  bundesweit 32.000 ha behandelt werden.

Zulassungen in Kartoffeln und Sonderkulturen

Funguran Progress ist ein Mittel von Spiess-Urania (jetzt Certis). Es enthält den Wirkstoff Kupferhydroxid mit einem Wirkstoffgehalt von 537 g/kg, der 350 g Cu/kg entspricht. Das Produkt liegt in WG-Formulierung vor. Funguran Progress ist in Deutschland in Kartoffeln, Hopfen sowie im Obst- und Weinbau zugelassen.

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