Pflanzenschutz

Notfallzulassung für den Rübenanbau


Rübenanbauer können bei starkem Läusedruck ein neues Insektizid spritzen. Eine Notfallzulassung ist erteilt. Regulär auf den deutschen Markt soll es 2022 kommen.

Die Nufarm Deutschland GmbH hat für das Produkt Carnadine eine Notfallzulassung nach Artikel 53 des EU-Pflanzenschutzrechts erhalten. Das Mittel ist gegen die Schwarze Bohnenblattlaus und die Pfirsichblattlaus in Zuckerrüben und Futterrüben zugelassen. Die Aufwandmenge pro Behandlung beträgt nach Herstellerangaben 0,2 l/ha bei niedrigem bis mittlerem Befallsdruck. Bei hohem Befallsdruck soll auf 0,25 l/ha erhöht werden. Die Notfallzulassung umfasst zwei Behandlungen im Abstand von mindestens 14 Tagen. Als Zeitraum nennt Nufarm in Zuckerrüben und Futterrüben die Spanne vom Zwei-Blatt-Stadium bis zum Reihenschluss. Die Wartezeit beträgt 35 Tage.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) teilt dazu mit, dass Behandlungen vom 22. März 2019 bis 19. Juli 2019 erlaubt, aber auf eine Fläche von 22.500 ha bis 28.125 ha je nach Befallsstärke begrenzt sind.

Wirkstoff als „nicht bienengefährlich“ eingestuft

Das Insektizid Carnadine basiert auf dem Wirkstoff Acetamiprid (200 g/l), der in der EU für 15 Jahre zugelassen ist. Der Wirkstoff gehört zwar zur Gruppe der Neonicotinoide, unterscheidet sich aber in seinem Umweltverhalten maßgeblich von den anderen Wirkstoffen der Gruppe, die mittlerweile in der EU für Freilandanwendungen verboten sind. Deswegen ist Acetamiprid auch als „nicht bienengefährlich“ eingestuft. Das Produkt Carnadine eignet sich nach Angaben von Nufarm zur Schädlingsbekämpfung im Raps-, Obst- und Gemüseanbau. Auf den Markt kommen soll es demnächst in Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und Polen.

Nufarm hält sein Produkt Carnadine für einen essenziellen Baustein im Resistenzmanagement. Wegen seiner systemischen Wirkung stellt es eine Alternative zu Pyrethroiden dar. In Deutschland rechnet Nufarm mit einer regulären Zulassung von Carnadine ab dem Jahr 2022.

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