Pflanzenschutz

Österreich vertagt Glyphosat-Entscheidung

Für ein Glyphosatverbot gibt es in Österreich vorerst keine Mehrheit. Der Landwirtschaftsausschuss vertagt das Thema. 

Ähnlich wie in Deutschalnd, wo die neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze Anwendungen von Glyphosat noch in dieser Legislaturperiode beenden möchte, gibt es auch in Österreich Bestrebungen hin zu einem nationalen Verbot. Unter Hinweis auf noch ausständige Regelungen auf EU-Ebene vertagte der Landwirtschaftsausschuss am vergangenen Freitag mit den Stimmen der Regierungsparteien einen Antrag der SPÖ auf ein sofortiges Verbot des umstrittenen Mittels. Das meldet das Internet-Portal Umweltruf.de.  

Die Sozialdemokraten in Österreich begründen ihre Forderung eines sofortigen Glyphosat-Verbots mit dem Vorsorgeprinzip und beziehen sich auf Studien über eine mögliche krebserregende Wirkung. Flankiert wurde die Initiative mit einem Antrag auf einen nationalen "Pestizidreduktionsplan" sowie mit der Forderung nach einem Verbot von bienengefährlichen und krebserregenden Pflanzenschutzmitteln. Auf europäischer Ebene sollte zudem der Verzicht auf den Einsatz von Pflanzeschutzmitteln als Bedingung für umweltbezogene Agrarförderungen etabiliert werden. 

Die rechtspopulistische FPÖ in Östereich sieht bei einem Glyphosat-Ausstieg einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Ländern. In Kärnten sei beispielsweise ein Glyphosat-Verbot von der EU gekippt worden sei. Um solche rechtlichen Probleme zu vermeiden, müsse der Ausstieg seriös vorbereitet werden, erklärt die FPÖ.

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  1. M. Leithner
    Erstellt 9. April 2018 16:25 | Permanent-Link

    Guten Tag,
    Sie bezeichnen in diesem Artikel die FPÖ als "die Liberalen in Österreich". Das ist falsch. Die FPÖ ist mit der FDP in Deutschland in keiner Weise zu vergleichen. Vielleicht war das in den frühen 80er-Jahren möglich, aber heute trennen die FPÖ Welten von einer liberalen Weltanschauung.
    Richtig ist vielmehr, dass die FPÖ heute das österreichische Pendant zur AFD ist - wenngleich es die FPÖ schon seit Jahrzehnten gibt.
    Bitte um Korrektur!

  2. ML
    Erstellt 9. April 2018 16:37 | Permanent-Link

    Interessant wäre es, im Artikel auch zu erwähnen, dass die FPÖ noch im Wahlkampf im Oktober 2017 - freilich noch als Oppositionspartei - einen sofortigen Ausstieg aus Glyphosat in Österreich gefordert hatte. Der nunmehrige Meinungsschwenk ist wohl dem Senior-Koalitionspartner ÖVP geschuldet, der wiederum mit seiner Teilorganisation "Österreichischer Bauernbund" - mit dem DBV zu vergleichen - eine Nähe zur chemischen Industrie nicht verleugnen kann und größtenteils dem konventionellen Establishment zuzurechnen ist.

  3. Katja Bongardt
    Erstellt 9. April 2018 17:22 | Permanent-Link

    Sehr geehrter Herr Leithner,
    das war ein Versehen und ist korrigiert. Vielen Dank für den wichtigen Hinweis.
    K. Bongardt

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