Pflanzenschutz

Polnischer Raps darf mit Neonics gebeizt werden


Foto: Verena N./pixelio.de

In Polen darf Raps zur bevorstehenden Aussaat in begrenztem Umfang mit Neonicotinoiden behandelt werden. Der Rapsverband berichtet von einer Notfallgenehmigung.

Wie der polnische Ölsaatenverband (KZPRiRB) berichtet, hat Agrarminister Jan Krzysztof Ardanowski eine Notfallgenehmigung für die Saatgutbehandlung mit Neonicotinoiden erteilt. Sie ist mit Auflagen für die Beizsicherheit verbunden und zeitlich begrenzt.

Der Verband hatte den Antrag gestellt und mit der schwierigen Lage der polnischen Landwirte begründet, die in den vergangenen Jahren einen beständigen Rückgang der Rapsernte verzeichnet haben. Statt mehr als 3 Mio. t in den Jahren 2014 und 2015 sind die Ernten seit 2016 deutlich zurückgegangen. In diesem Jahr werden in Polen kaum mehr als 2 Mio. t Raps erwartet. Als einen Grund für den Ertragsrückgang nennt der Ölsaatenverband die fehlende effektive Schädlingsbekämpfung im Herbst. In diesem Jahr sei durch die extreme Witterung der Schädlingsdruck noch gewachsen.

Die Rapslobbyisten argumentieren auch damit, dass die polnische Regierung eigentlich den Import gentechnisch veränderter Futtermittel, vor allem von Sojaschrot, zurückdrängen will. Dafür sei eine ausreichende heimische Rapserzeugung erforderlich.

Efsa hat Ausnahmen in sieben anderen Ländern geprüft

Der polnische Verband fühlt sich bei seinem Antrag auf Notfallzulassung bestätigt durch Evaluierungen der Europäischen Lebensmittelbehörde (Efsa). Sie war von der EU-Kommission beauftragt worden, Notfallgenehmigungen zu prüfen, die 2017 von den sieben EU-Ländern Bulgarien, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Rumänien und Ungarn erteilt worden sind. Die Efsa ist in ihren Ende Juni veröffentlichten Berichten mehrheitlich zu dem Schluss gekommen, dass die Begründungen für die Ausnahmeregelungen 2017 zulässig waren. Der polnische Verband argumentiert deswegen, dass eine Beizung in Polen kein Einzelfall in Europa wäre.

Das generelle Anwendungsverbot der drei Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam für alle Kulturen im Freiland tritt in der EU Ende 2018 in Kraft.



Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats