Pflanzenschutz

Schlussstrich unter Neonic-Beizen


Ab 2019 ist die Aussaat von Rübensaatgut, das mit Neonicotinoiden gebeizt ist, verboten. Untersagt sind auch Freilandanwendungen der Wirkstoffe in Sonderkulturen. Die Zulassungen sind widerrufen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zieht die Konsequenzen aus dem EU-Verbot der Anwendungen der drei Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam im Freiland. National sind die Zulassungen für 15 Pflanzenschutzmittel, die einen der drei Wirkstoffe enthalten, zum 18. September widerrufen worden. Von dem Verbot betroffen sind auch neun Beizmittel zur Behandlung von Zuckerrüben- und Futterrübensaatgut. Behandeltes Saatgut darf in Deutschland nur noch bis zum 18. Dezember 2018 ausgesät werden. Die Abverkaufsfrist endet am 19. Dezember. Für die anderen neonicotinoidhaltigen Insektizide für Freilandanwendungen in Sonderkulturen gelten ähnliche Fristen.

Die Bekanntgabe des Widerrufs durch das BVL ist eine Formalie. Sie folgt dem EU-Verbot, das Ende April 2018 beschlossen worden ist.


Praktikable Aufbrauchfristen für gebeizte Saatgutbestände gibt es nicht, denn es ist der politische Wille, das Verbot ab 2019 umzusetzen. Ein ähnlicher Fall lag 2013 vor, als Beizmittel, die Neonicotinoide enthalten, für Raps verboten wurden. Damals gab es ebenfalls keine Möglichkeit, bereits gebeiztes Saatgut nach dem Zulassungsende auszusäen.

Themen:
Neonicotinoide

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