Pflanzenschutz

Teilschutz für die Bienen


Wenigstens die weniger umstrittenen Teile des Bienenleitfadens sollen schon mal gelten.
Bild: Pixabay / Alexas_Fotos
Wenigstens die weniger umstrittenen Teile des Bienenleitfadens sollen schon mal gelten.

Die EU-Mitgliedstaaten stimmen für weniger umstrittene Teile eines EU-Bienenleitfadens. Umweltgruppen kritisieren, dass beim Votum wichtige Teile ausgeklammert bleiben.

Die langfristigen Wirkungen von neuen Wirkstoffen auf die Bienen waren im PAFF-Ausschuss noch nicht Gegenstand des EU-Bienenleitfadens. Ebenso geht es bisher nur um Honigbienen und noch nicht um Wildbienen. Hierüber streiten die EU-Mitgliedstaaten noch. Eine von der Europäischen Lebensmittelbehörde (Efsa) seit langem ausgearbeitete Vorlage für einen EU-Bienenleitfaden findet bisher nicht in allen Teilen die Mehrheit. Deshalb drängte EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis darauf, dass wenigstens die weniger umstrittenen Elemente des EU-Bienenleitfadens schon mal zur Anwendung kommen. Diese bekamen jetzt im PAFF-Ausschuss die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten.

Sollte es in den kommenden drei Monaten keine Einwände vom EU-Ministerrat oder vom Europaparlament geben, treten die abgestimmten Teile im Herbst in Kraft. Ebenfalls im Herbst will die EU-Kommission über die Langzeitwirkungen, die Wildbienen und andere, bisher nicht abgestimmte Teile des Leitfadens mit den EU-Mitgliedstaaten verhandeln. Grüne und Umweltverbände kritisieren das geteilte Vorgehen und sprechen von einer Verwässerung der Efsa-Vorlage zum Bienenschutz. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner stimmte zu, mit dem Argument, in der EU müsse man kompromissfähig bleiben. Frankreich stimmte dagegen, weil nach französischer Lesart die Bienen vor schädlichen Pflanzenschutzmitteln nur dann geschützt werden, wenn alle Bestandteile des Leitfadens gelten.

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