Pflanzenschutz

Vertrauen durch Transparenz

Studien über Risiken von Pflanzenschutzmitteln sollen zukünftig veröffentlicht werden. Die EU-Kommission zieht mit ihrer Transparenzinitiative Lehren aus der umstrittenen Zulassung von Glyphosat. Die EU-Mitgliedstaaten ziehen mit.

Die meisten Minister lobten den Ansatz der EU-Kommission, durch mehr Transparenz das Vertrauen in die Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel zu verbessern. Im EU-Agrarrat in Luxemburg regte der Französische Landwirtschaftsminister Stephane Travert zudem an, die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) mit einem zusätzlichen Expertengremium auszustatten. Durch eine möglichst umfassende Beratung der EFSA sollten Kontroversen frühzeitig aufgenommen werden, erklärte Travert. Andere Minister warnten davor, der Behörde in Parma zu sehr reinzureden. Für eine strenge Trennung von wissenschaftlich basierter Risikoanalyse und politisch bestimmten Risikomanagement sprachen sich im Rat vor allem Dänemark und Finnland aus. EU-

Budget für zusätzliche Studien

Verbraucherkommissar Vytenis Antriukaitis unterrichtete die Minister über geplante Verbesserung bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Die EU-Kommission möchte nach der umstrittenen Zulassung von Glyphosat für mehr Transparenz sorgen. Zukünftig sollen alle Studien automatisch veröffentlicht werden, die die EFSA für ihre Risikoanalyse verwendet. Ausgenommen sind allerdings vertrauliche Unterlagen, um die geistigen Eigentumsrechte der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln zu schützen. Bei besonders kontroversen Zulassungsverfahren soll die EFSA auch zusätzliche Studien in Auftrag geben und dafür mit einem zusätzlichen Budget ausgestattet werden.

Andriukaitis drängte die Minister, die Verbesserungen noch vor den Europawahlen im Mai 2016 zu beschließen. Österreich sagte sein Interesse an einer raschen Behandlung des Themas unter seiner Ratspräsidentschaft im 2. Halbjahr 2018 zu. 

 

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