Pflanzenschutzanwendung

Bei mehrjährigen Auflagen zählt die Vorgeschichte

Für einige Herbizide ist die Anwendung über einen Mehrjahreszeitraum begrenzt. Das BVL weist darauf hin, dass neue Auflagen auch die Vergangenheit mit einbeziehen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) setzt in Einzelfällen für Pflanzenschutzmittel Anwendungsbestimmungen fest, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren die Anwendungshäufigkeit und/oder die maximal ausgebrachte Wirkstoffmenge beschränken. Die Obergrenzen sollen Anreicherungen im Grundwasser verhindern.

Das BVL führt als Beispiel Herbizide mit den Wirkstoffen Prosulfuron und Imazamox an. Der Wirkstoff Prosulfuron darf innerhalb eines Dreijahreszeitraums auf derselben Fläche mit maximal 20 g/ha ausgebracht werden, bei Imazamox sind es innerhalb von drei Jahren maximal 12,5 g/ha.

Das BVL weist jetzt darauf hin, dass solche Anwendungsbestimmungen auch zurückliegende Zeiträume umfassen. „Der Anwender muss somit bei Vorliegen einer entsprechenden Anwendungsbestimmung prüfen, ob in vorherigen Jahren bereits ein Mittel mit dem Wirkstoff angewendet wurde. Falls dies der Fall ist, ist die Anwendung im aktuellen Jahr unzulässig“, betont das BVL.

Bei neuen Auflagen immer Vorjahre prüfen

Die Behörde nennt folgendes Beispiel: „Ist die Auflage erstmalig für die Saison 2018 erteilt und entsprechende Pflanzenschutzmittel wurden in den Jahren 2016 und 2017 angewendet, dann darf erst wieder im Jahr 2020 angewendet werden.“ Rückwirkend gelten die Auflagen jedoch nicht, versichert das BVL: „Die Anwendungen in den Jahren 2016 und 2017 waren und bleiben legal.“

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