Pflanzenschutzmittel

Klöckner beharrt auf Nein zu Neonics


Das Aus der Neonicotinoide im Freiland ist praktisch besiegelt. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bleibt bei ihrem Nein. Auch die Rübenbauern klopfen vergeblich bei ihr an. Klöckner stärkt der Wissenschaft den Rücken

 

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat heute Morgen im Morgenmagazin der ARD bekräftigt, dass sie am Freitag in einer Woche im zuständigen Ausschuss in Brüssel für ein Totalverbot von Neonicotinoiden im Freiland stimmen wird. „Damit wird die Bundesregierung in Brüssel ihren Beitrag dazu leisten, dass für Bienen schädliche Pflanzenschutzmittel verboten werden können“, sagte Klöckner.

Heute soll das Thema auch noch einmal auf Antrag der Grünen im Bundestag debattiert werden. Hierzu wollte sich die Ministerin nicht mehr äußern: „Wir haben uns als Bundesregierung längst positioniert." Sie betonte, dass es ihr besonders wichtig sei, dass das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium eine einheitliche Linie verträten.

Den Rübenanbauern geht die Beize verloren

Zuckerrübenanbauer haben noch diese Woche gehofft, das Totalverbot von Neonicotinoiden abwenden zu können. Ansonsten stünden auch Beizmittel gegen Rübenschädlinge vor dem Aus. Als Alternative blieben den Landwirten nur bis zu dreimalige Insektizidspritzungen, die nach Ansicht von Bernhard Conzen, Vorsitzender des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes, die Biodiversität wesentlich stärker beeinträchtigen würden als die Beizmittel.

Klöckner sagte dazu im Morgenmagazin, dass es für die Zuckerrübenbauern wichtig sei, dass Alternativen angeboten werden. Sie sprach von nicht-chemischen Methoden, die mit höherem Aufwand verbunden seien. Konkrete Maßnahmen nannte sie allerdings nicht.

Angesprochen auf eine mögliche Bienengefährdung durch neue Insektizide, die sich derzeit im Zulassungsprozess befinden, stärkte Klöckner der Wissenschaft den Rücken. „Die Zulassung macht nicht die Politik, da habe ich volles Vertrauen in die Behörden“, sagte Klöckner wörtlich.

 

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