Fungizide mit dem Wirkstoff Chlorothalonil werden die Zulassung verlieren. Die EU-Mitgliedstaaten stimmen mehrheitlich für ein Verbot. Der Wirkstoff soll laut Efsa Schäden bei Fischen und Amphibien verursachen.

Lediglich Ungarn, das Vereinigte Königreich, Litauen und Griechenland stimmen im Ständigen Ausschuss für Lebens- und Futtermittel für die Verlängerung der Zulassung von Chlorothalonil. Die anderen EU-Mitgliedstaaten votierten dagegen für den Vorschlag der EU-Kommission, nach dem die Zulassung nicht mehr verlängert werden soll. Die Europäische Lebensmittelbehörde (Efsa) hatte in ihrem Gutachten vor Abbauprodukten des Fungizids in Gewässern gewarnt, die dort lebende Fische und Amphibien schädigen könnten, aber auch für die Gewinnung von Trinkwasser zum Problem werden. Bedauert wird das Verbot vor allem von Landwirten in Irland und im Vereinigten Königreich, die auf das Fungizid beim Anbau von Gerste und Weizen angewiesen sind.

Gegen Ramularia in Gerste gehört der Wirkstoff Chlorthalonil zur Standardmaßnahme.
Foto: LfL
Gegen Ramularia in Gerste gehört der Wirkstoff Chlorthalonil zur Standardmaßnahme.
Wichtiger Resistenzbaustein

Chlorothalonil – in Deutschland meist als Chlorthalonil bezeichnet – ist ein fungizider Wirkstoff, der in Tankmischungen als Schutz vor Resistenzen dient. Das Kontaktmittel sichert die Wirksamkeit systemischer Produkte ab. In Gerste wird die Verwendung von Chlorthalonil empfohlen, wenn Ramularia bekämpft werden muss. Auch in Weizen hat der Wirkstoff Bedeutung, weil er gegenüber Septoria ein geringes Resistenzrisiko aufweist.



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