Precision Farming

Kleffmann verbessert digitale Karten


Seit zwei Jahren können Landwirte von der Kleffmann Group aufbereiteten Satelliten-Daten für den Ackerbau nutzten. Jetzt bietet das Unternehmen zusätzliche Funktionen.

Die Nutzung von Satelliten-Daten ist für viele Landwirte in Deutschland noch Zukunftsmusik. Mit dem Kleffmann-Programm My Data Plant arbeiten rund 750 Betriebe in Deutschland mit einer Fläche von gut 100.000 ha, schätzt Unternehmenschef Burkhard Kleffmann. Das Unternehmen aus Lüdinghausen im Münsterland ist einer von wenigen Anbietern, die aus der Fernbeobachtung gewonnenen Informationen für die praktische Landwirtschaft nutzbar machen. Als ein Alleinstellungsmerkmal betont Kleffmann die Unabhängigkeit, denn ähnliche Serviceleistungen werden sonst von Firmen angeboten, die zu größeren Konzernen wie Baywa oder Bayer gehören.

Karten aus anderen Anwendungen importieren

Zur Agritechnica im November 2017 kam My Data Plant auf den Markt. 14 Monate später präsentiert Kleffmann einige Neuerungen. Die Verbesserungen gingen auf Anregungen der Nutzer zurück, erklärte der Firmenchef am Dienstag bei einer Präsentation in der Firmenzentrale. Neu sei, dass die Landwirte in das System externe Daten wie zum Beispiel Boden- oder Ertragskarten aus anderen Anwendungen importieren können. Weiterhin biete das System jetzt einen Split-Screen, mit dem sich mehrere Karten gleichzeitig anschauen lassen. Im Export sei es nun möglich, Multiapplikationskarten zu übergeben. Dies ermöglicht beispielsweise bei der Maisaussaat die gleichzeitige teilflächenspezifische Aussaat und die Unterfuß-Düngung. Der Anwender behalte aber die Entscheidungshoheit. Er kann über eine neue Editierfunktion die Applikationskarten manuell ändern und so die errechneten Werte bei Bedarf anpassen. Einfacher sei darüber hinaus das freiwillige Teilen der Daten mit anderen Partnern des Landwirtes, wie beispielsweise mit Lohnunternehmen. Auch ein Tool zur N-Bilanzierung nach deutschem Düngerecht, bei dem die Applikationskarte einbezogen werden, wurde neu entwickelt.

Landwirt kann Karten manuell anpassen

Für die Erstellung der Karten werden Daten des ESA-Satelliten Sentinal genutzt. Diese Rohdaten sind zwar frei und kostenlos zugänglich, aber für Landwirte kaum zu entschlüsseln. Deswegen haben mehrere kommerzielle Anbieter daraus ein Geschäftsmodell entwickelt. Kleffmann sieht große Vorteile in der Nutzung der Satellitendaten. Die im Abstand von sechs Tagen erstellten Biomassekarten erlauben es, die Bestände bequem vom Computer oder Smartphone aus zu überwachen, ohne dass lange Wege zur Bestandskontrolle notwendig sind. Für die Zukunft sind weitere Funktionen geplant. So sollen von Satelliten gewonnene Radardaten eingebunden werden, die auch bei bewölktem Himmel gewonnen werden können. Auch die Nutzung von Daten zur Bodenfeuchte und Bodentemperatur ist geplant. Dies soll dabei helfen, Applikationskarten für den Pflanzenschutz zu berechnen, die bei Fungiziden und Wachstumsreglern eingesetzt werden könnten.

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